Befürworter in der Überzahl

Die Info-Veranstaltung zum Bürgerbegehren bezüglich des Aldi-Logistikzentrums in Gilching stieß auf sehr reges Interesse. Foto: Polster

Nun hat der Bürger das Wort. Weil der Gemeinderat in Gilching die geplante Ansiedlung des Aldi-Logistikzentrums angrenzend an das Gewerbegebiet Süd durch einen Beschluss verhindert hat, wurde ein überparteiliches Bürgerbegehren initiiert. 350 Bürger haben bereits den Antrag auf einen Bürgerentscheid unterschrieben.

Man hatte zwar mit einigen Besuchern gerechnet. Dass sich aber auf der ersten Info-Veranstaltung im Schützenhaus rund 250 Bürger einfanden, überraschte dann doch. Die Befürworter waren zwar weit in der Überzahl, doch es meldeten sich auch einige Kritiker zu Wort. Da sie sich allerdings nur auf ein Gegenargument versteiften, ihrer Meinung nach bleibe zu wenig Gewerbesteuer für Gilching übrig, ernteten sie wiederholt lautstarke Buhrufe. „Wir bekommen jedenfalls mehr, als was wir jetzt haben“, meinte eine Besucherin. Sie stellte als erste auch konkrete Fragen an Michael Klöter. Unter anderem erklärte der ALDI-Vertreter, dass sein Unternehmen nicht vorhabe, das geplante 49.000 Quadratmeter große Logistikzentrum als Spekulationsprojekt auf den Immobilienmarkt zu werfen. Im Übrigen betonte er, dass ALDI rund 30 Millionen Euro in den Bau stecken werde, wovon die Hälfte des Auftragsvolumens bei Firmen und Handwerkern aus der Region hängen bleiben. „Auch diese Firmen zahlen Gewerbesteuer“, betonte Klöter. Er räumte außerdem mit dem Gerücht auf, dass durch das Logistik-Zentrum das Verkehrsaufkommen erheblich steigt. Gegner des Projekts hatten in Umlauf gebracht, dass durch ALDI täglich 150 Lkws mehrmals auf den Weg gebracht werden. „Unser Fuhrpark besteht aus 19 Lastwagen, die drei Mal täglich auf die Staatsstraße 2069 aus- und einfahren, um unsere 38 Aldi-Filialen zu beliefern. Dazu kommen die Zulieferer.“ Im Höchstfall, rechnete Klöter vor, handelt es sich um 200 Fahrbewegungen. Was angesichts der täglich bis zu 20.000 gezählten Fahrzeugen auf der 2069 vernachlässigt werden könne. Auf die Frage aus dem Publikum, was es mit der Fotovoltaik-Anlage auf sich hat, antwortete Klöter. „Wir haben vor, auf dem Dach eine 30.000 Quadratmeter große Fläche für Fotovoltaik zur Verfügung zu stellen. Das wäre die größte Fotovoltaik-Anlage im Landkreis.“ An die Grünen-Kritiker gerichtet fügte er hinzu, dass damit 20 Haushalte mit alternativem Strom versorgt werden können. Näheres zum Bürgerbegehren „Wir sind dafür“, es werden 1.200 gültige Unterschriften benötigt, gibt es unter www.gilching-gewinnt.de.

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