Beratungsstelle Frauen helfen Frauen Starnberg zieht Bilanz

"Frauen werden von ihren Partnern kontrolliert, beleidigt, beschimpft, gedemütigt, manipuliert und bedroht"

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Das FhF-Team: v.l. Angelika Knülle, Iris Kramer, Dorothea Föppl, Cordula Trapp, Liesel Baumann, Verena Spitzer, Ursel Wrede, Ursula Galli, Birgit Roberts und Claudia Sroka.

Starnberg – Über 500 Beratungen fanden in 2018 mit Frauen, die häusliche und/oder sexualisierte Gewalt erfahren haben, ihren Angehörigen und Fachpersonen statt. Es haben sich 110 Frauen an die Beratungsstelle Frauen helfen Frauen Starnberg gewandt. Psychische Gewalt war fast doppelt so häufig der Beratungsanlass als körperliche Gewalt.

„Seelische Gewalt wirkt sich besonders schädigend auf die Frauen und deren Kinder aus. Gewalt geht immer mit Macht und Kontrolle einher. Frauen werden von ihren Partnern kontrolliert, beleidigt, beschimpft, gedemütigt, manipuliert und bedroht. Diese Art der Gewalt zerstört die Integrität der Frau. Für Außenstehende ist sie oft schwer zu erkennen und sie hemmt die Frauen, sich Hilfe zu holen“, sagt die Geschäftsführerin Cordula Trapp.

Zurückliegende sexualisierte Gewalt in der Kindheit und Jugend haben viele der Klientinnen erlebt. In 42 Fällen haben deshalb Frauen die Beratungsstelle kontaktiert, doppelt so oft wie im Jahr zuvor. „Sexualisierte Gewalterfahrungen prägen die Frauen teilweise sehr und beeinflussen bis heute stark ihre Lebensführung. Oft dauert es Jahre, bis Betroffene den Mut finden, sich Unterstützung zu holen. Zu tief sitzt die Angst vor dem Erinnern an die Taten,“ betont die Fachberaterin Claudia Sroka.

30-jähriges Jubiläum in Herrsching

Neben psychosozialer Beratung bieten die beiden Fachberaterinnen auch ganz praktische Hilfe an. In 29 Fällen begleiteten sie z.B. zur Polizei, dem Jugendamt und zum Amtsgericht Starnberg, um dort einen Antrag nach dem Gewaltschutzgesetz zu stellen. Auch die psychosoziale Prozessbegleitung in gerichtlichen Verfahren für Opfer von schweren Gewalt- und Sexualstraftaten wird kostenfrei angeboten. Ferner unterstützt eine Rechtsanwältin die Arbeit der Beratungsstelle, in dem sie Klientinnen eine 15-minütige telefonische Rechtberatung anbietet. Dieses Jahr begeht der Verein sein 30-jähriges Jubiläum mit einem Festakt in Herrsching.

In der Beratungsstelle finden Frauen, die von häuslicher und/oder sexualisierter Gewalt sowie Stalking betroffen sind, Unterstützung. Auch Angehörige, Bezugspersonen oder Fachkräfte können sich unter 08152/5720 oder www.frauenhelfenfrauen-sta.de Hilfe holen. Die Beratung ist vertraulich, kostenlos und auf Wunsch anonym.

Von Kreisbote

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