Demonstration in Waldhauser Gräben

Ein bisschen Paris in Berg

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Am vergangenen Montag haben sich Vertreter vieler Länder rund um den Globus zur Klimaschutzkonferenz in Paris getroffen. Am Tag zuvor gingen weltweit Menschen auf die Straße, um ein Zeichen für den Erhalt der Umwelt zu setzen. So auch in Berg, wo sich rund 100 Menschen bei einem der vier Windräder versammelten.

„Bis vor kurzem konnte ich mir nicht vorstellen, hier vor Demonstranten zu stehen, die für die Windkraft sind – und natürlich damit für die Energiewende.“ Während Bürgermeister Rupert Monn zu den Demonstranten in den Waldhauser Gräben spricht, pfeift eine Windböe über den Platz. Wie den Windradgegnern zum Trotz, die die Windausbeute im Landkreis lautstark in Frage stellen. „Heute steht die ganze Welt für das Klima auf. Deutschland ist dabei. Berlin ist dabei. Der Landkreis ist dabei. Wir sind dabei“, freut sich Walther Kellner vom Energiewendeverein Starnberg.

Mit zwei Bussen, dem Fahrrad oder zu Fuß haben sich die Befürworter am ersten Adventsonntag auf den Weg gemacht, um für die Energiewende einzutreten. Raimund Kamm vom Bundesverband Windenergie hält eine flammende Rede für den Ausstieg aus der Atomkraft, den Verzicht auf fossile Energie und Kohlekraftwerke. Unter dem Motto „Global denken und lokal handeln“ sei die Gemeinde Berg im Kampf gegen den Klimawandel eine Vorzeigegemeinde. Sind alle vier Windräder erst einmal am Netz, erzeugen sie „etwas mehr Strom als im Gemeindegebiet von Berg insgesamt verbraucht wird“, rechnete Rathauschef Monn vor.

Wie wichtig Energieerzeugung vor Ort ist, macht Windkraftplaner Robert Sing an einem Beispiel deutlich: Die Flüchtlinge kämen zunehmend aus Ländern, in denen das Schwarze Gold fließe. „Wir müssen die Energie selbst erzeugen, dann gibt es in dieser Hinsicht in Zukunft keine Kriege mehr.“ Und in diesem Zusammenhang prognostiziert er bei fortschreitender Erderwärmung Flüchtlingsströme in größerem Ausmaß als bisher. Der Weg dorthin ist allerdings ein Kampf. Das mussten Sings Mitarbeiter beim Bau am eigenen Leib erfahren. Nicht nur Monn und dessen Familie wurden angefeindet, auch die Mitarbeiter seien beschimpft und angepöbelt worden: „Das ging bis zum Hitlergruß.“ Steffi Burgstaller und ihr Mann sind mit dem Fahrrad gekommen. „Ich freue mich jedes Mal, wenn ich die Windräder sehe. Das ist ein guter Anfang und ich würde mir das für Starnberg auch wünschen“, sagte die Starnbergerin.

Dass die Wind-Projekte nicht in Berg aufhören, dafür wolle man sich einsetzen, versprach Kellner. Am vergangenen Montag ging übrigens das erste Windrad ans Netz. mk

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