Beschluss erst im Dezember

Durch die Gegenüberstellung eines erfolgreichen und eines gescheiterten Projekts sollte dem Kreistagsgremium am vergangenen Montag die Entscheidung Pro oder Kontra Naturpark erleichtert werden. Christoph Würflein aus dem Landkreis Eichstätt präsentierte den Naturpark Altmühltal; 1969 initiiert, jedoch erst 1992 umgesetzt. Der Naturpark brachte der Region Gäste und somit auch Arbeitsplätze, sagte Würflein.

Erkennbare Nachteile sehe er für den Landkreis Starnberg nicht, zumal die Region mit 70 Prozent Fläche im Landschaftsschutz weit über der Norm liegt und keine weiteren Ausweisungen mehr befürchten muss. Laut Wirtschafts-Geograf würde auch die Landwirtschaft vom Siegel Naturpark profitieren, da der Tourismus angekurbelt wird, was auch einen Aufschwung für Ferien auf dem Bauernhof bringt. Würflein riet allerdings, dass im Landkreis Starnberg die Bestrebungen dahin gehen müssen, „den Tourismus in die Fläche zu bringen und nicht nur rund um die Seen. Dann wäre ein Naturpark optimal“. Alfred Sperling aus dem Landkreis Passau wiederum musste eingestehen, dass das Projekt „Naturpark Passauer Donauengtal“ vorerst gescheitert ist. 2006 einstimmig vom Passauer Umwelt-Kreisausschuss verabschiedet, setzten sich die Kritiker durch. „Der Widerstand der Land- und Forstwirtschaft war massiv“, sagte Sperling. Befürchtet wurden eine weitere Bürokratisierung, ein Werteverlust der Grundstücke und zusätzliche Auflagen der Landschaftsschutzverordnung. Außerdem habe ein breiter, gesellschaftlicher Konsens gefehlt, bedauerte Sperling. Ähnliche Befürchtungen äußerte CSU-Kreisrat Max Stürzer. „Der Naturpark stülpt über alles eine Glocke. Die Auflagen verschlimmern sich. Deshalb bleiben wir vorsichtig.“ Helmut Wagner (CSU) ergänzte, dass auch kein großes Interesse an mehr Tourismus bestehe. „Am Wochenende sind die Straßen bei uns doch eh schon voll. Wir haben in Hadorf in nur einer halben Stunde 350 Autos gezählt.“ Anne Franke (Grüne) wiederum sprach von einer Chance, die es zu nutzen gilt. Unter dem Gütesiegel Naturpark Fünfseenland könnten ihrer Meinung nach auch regionale Produkte besser vermarktet werden. Thomas Ostermair (FW) wiederum befürchtet, dass ein Naturpark für viel Streit zwischen Gegner und Befürwortern sorgen wird. Nun sollen die Fraktionen intern beraten. Für Dezember wird dann ein endgültiger Beschluss erwartet.

Auch interessant

Meistgelesen

Mit dem Kreisboten die besten Sommerferien aller Zeiten erleben
Mit dem Kreisboten die besten Sommerferien aller Zeiten erleben
Klinikum Starnberg: Telemedizinische Anbindung mit NIDA
Klinikum Starnberg: Telemedizinische Anbindung mit NIDA
ASTO-Erfolgsgeschichte geht weiter: Richtfest für Marriot Hotel
ASTO-Erfolgsgeschichte geht weiter: Richtfest für Marriot Hotel
Klaus Götzl: Drei Jahrzehnte für den Tourismus
Klaus Götzl: Drei Jahrzehnte für den Tourismus

Kommentare