Besprechung der Fachbehörden

Das Gewerbegebiet Schorn soll schrittweise vergrößert werden. Foto: Jaksch

Die Erweiterung des Gewerbegebietes Schorn wird von den zuständigen Fachbehörden grundsätzlich positiv gesehen - wenn da nicht die Verkehrs-Anbindung wäre. Die ist schlecht - trotz der Nähe zur Garmischer Autobahn. Fazit: Bevor ein Vollausbau des Areals mit drei Phasen realisiert werden könnte, müsste ein zusätzlicher Autobahnanschluss im Norden bei Oberdill errichtet werden, sprich: Der bisher geduldete Halbanschluss Oberdill müsste ausgebaut werden.

Ob das Verkehrsministerium in Berlin dem so zustimmt, beurteilt die Autobahndirektion Südbayern kritisch. Denn das Ja aus Berlin hängt davon ab, wie bedeutend der neue Anschluss für den Fernverkehr ist. Die Anbindung von Süden ist für die Autobahndirektion dagegen grundsätzlich denkbar - und reicht bis zur Ausbauphase Zwei. Das ist das Ergebnis einer Vorbesprechung, bei dem insgesamt zehn Fachbehörden wie der Regionale Planungsverband, die Regierung von Oberbayern oder die Untere Verkehrsbehörde ihre Stellungnahmen abgegeben hatten. Trotz der kritischen Beurteilung einer Verkehrsanbindung im Norden, gab sich Starnbergs Vizebürgermeister Ludwig Jägerhuber optimistisch: „Die Lage ist nicht aussichtlos und lässt hoffen“, konstatierte er und plädierte, „nicht den Kopf in den Sand zu stecken“. Jägerhuber appellierte, weiterhin über einen Anschluss im Norden zu verhandeln sowie die Bevölkerung frühzeitig in die Planungen mit ein zu beziehen. Bis zur Erweiterungsphase Zwei reiche ohnehin erst einmal die Erschließung über Süden. Dafür soll die Milchstraße ausgebaut und mit einem Kreisverkehr versehen werden. Der bisherige Schleichweg von Wangen dagegen würde dann komplett für Pkws gesperrt werden. Ob das allerdings reicht, um Wangen oder Schäftlarn vor Mehr-Verkehr zu schützen, ist noch offen. Klar ist dagegen, dass die meisten Behörden wie Planer Martin Spiekermann im Bauausschuss anführte, Schorn als geeignetes Areal für die wirtschaftliche Entwicklung Starnbergs ansehen - vor allem im Hinblick auf das Konzept der Stadt, hier ein hochwertiges Gewerbegebiet zu installieren. Auch die Erweiterung in drei Bauphasen beurteilen die Behörden als richtig. Allerdings sieht es die Untere Verkehrsbehörde als „zwingend“ an, das Gebiet an den ÖPNV (Öffentlicher Personennahverkehr) anzuschließen.Wie Starnberg mit dem Zuzugsdruck umgehen will, der durch die vielen neuen Mitarbeiter in Schorn entsteht, wollte Grünen-Stadträtin Martina Neubauer vorab schon einmal wissen. Viel zu früh, fand Stadtbaumeister Stephan Weinl. Er vermutete, dass die meisten wohl ohnehin aus München kommen würden. Eine Vollanbindung im Norden fand Otto Gaßner (UWG) illusorisch und befürchtete, dass die Erweiterung von Schorn mit zwei geforderten Anbindungen an seine Grenzen stoße: „Ich fürchte, wenn das so bleibt, kann das Projekt scheitern.“ „Positiv, aber mit einem weinenden Auge,“ beurteilte Holger Knigge (SPD) die Statements der Fachbehörden. Er erinnerte an das Gewerbegebiet an der B2 in Starnberg, das man qualitätsvoll entwickeln wolle und bei dem noch erhebliche Flächen zur Verfügung stehen würden. Er fürchtete mit Schorn das Aus für die Weiterentwicklung des innerörtlichen Gewerbegebietes. „Campus-Lösungen“ oder das „Wasser in Kanälen bis ins Gewerbegebiet zu ziehen“ wie die Stadt hier angedacht hatte, sind laut Starnbergs Bürgermeister Ferdinand Pfaffinger bisher an den Eigentümern gescheitert: „Die einen wollen nicht und die anderen haben derzeit noch überhaupt keine Pläne, was sie wollen“, so der Rathauschef. Laut Stadtbaumeister Weinl besteht ohnehin keine Konkurrenz zwischen Schorn und dem Gewerbegebiet an der B2: „Das Starnberger Gebiet ist kleinteilig und es haben sich hauptsächlich Büro- und Dienstleistungsunternehmen angesiedelt während in Schorn ein ganz anderer Bedarf besteht.“ Als nächste Schritte muss man nun nachweisen, dass der Stadt Starnberg andere Entwicklungsmöglichkeiten fehlen und die Anschlussmöglichkeiten im Norden und Süden sondieren. Außerdem muss die Herausnahme der Flächen aus dem Landschaftsschutzgebiet vorbereitet und ein Ausgleichsflächenkonzept erstellt werden.

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