Bestattung der anderen Art

Inning - Wenn sich der Inninger Gemeinderat pro Friedwald entscheidet, wird es im Ortsteil Schlagenhofen/Buchet schon bald diese alternative Bestattungsmöglichkeit geben. Auf einer Infoveranstaltung zeigten sich rund 60 Bürger, bis auf wenige Ausnahmen, durchaus interessiert an einer Baumbestattung.

Geht es um Beerdigungen, müssen Angehörige oft schnell entscheiden. Keine leichte Situation für die Hinterbliebenen. Vorsorge ist in diesem Falle durchaus angebracht. Nach Ansicht vieler Menschen, unter anderem den zunehmenden Singles und Individualisten, fällt es allerdings viel leichter, sich in einem idyllisch gelegenen Waldstück rechtzeitig einen Baum auszusuchen, als über einen Gottesacker zu gehen, und eine Grabstätte zu wählen. Zumal der Platz immer weniger wird und der Trend hin zur Einäscherung geht. Bei einer Friedwald-Bestattung wird im Falle des Ablebens die Asche des Verstorbenen in eine Recyclebare Urne getan und an den Wurzeln des ausgesuchten Baumes beigesetzt. Übersichtlich und einheitlich sind die Bestattungskosten, erklärte Jens Borchers von Friedwald. Unterschieden wird lediglich zwischen einem Gemeinschaftsbaum und einem Familien- und Freundschaftsbaum. Der Preis pro Bestattungsplatz an einem Gemeinschaftsbaum, auf 99 Jahre gepachtet und im Grundbuch eingetragen, liegt bei 770 Euro je Urne plus 225 Euro Gebühr für die Beisetzung. Eine Ruhestätte für eine Einzelperson, eine Familie oder einen Freundeskreis bis zu zehn Personen kostet auf 99 Jahre je nach Baumstärke von 3.350 bis zu 6.350 Euro. Das heißt, bei zehn beteiligten Personen teilt sich der Betrag durch zehn. Die Abschiedszeremonie kann je nach Wunsch individuell gestaltet werden. Als Hinweis für die Hinterbliebene dürfen einheitliche kleine Tafeln am jeweiligen Baum angebracht werden. In Punkto Ethik wurden in Inning keinerlei Bedenken geäußert. Vielmehr befürchteten einige Gäste eine Zunahme des Verkehrs, nachdem sich im Friedwald nicht nur Inninger, sondern Verstorbene aus anderen Gemeinden bestatten lassen können. „Sollten es 100 Beerdigungen pro Jahr werden und durchschnittlich bis zu 15 Menschen kommen, ist die Zunahme des Verkehrs verschwindend gering“, beruhigte Borchers. Auf der anderen Seite profitiert die Gastronomie, weil nach einer Bestattung oft noch eingekehrt wird. Nun muss der Gemeinderat über den Antrag auf Ausweisung einer Friedwald-Fläche entscheiden. Es wäre der erste in Oberbayern und würde Inning durchaus einen gewissen Bekanntheitsgrad bringen.

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