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BIHK warnt: langes Warten auf Corona-Konzept schadet der heimischen Wirtschaft

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Die vergangenen Jahre waren geprägt von Ausgangssperren, Lockdowns und Schließungen. Wie es im kommenden Herbst mit dem Corona-Kurs weitergehen soll, ist noch unklar.
Die vergangenen Jahre waren geprägt von Ausgangssperren, Lockdowns und Schließungen. Wie es im kommenden Herbst mit dem Corona-Kurs weitergehen soll, ist noch unklar. © Sven Hoppe/dpa

Landkreis - Die bayerische Wirtschaft erwartet vom Bund, jetzt die Corona-Regeln für den Herbst vorzustellen. „Das lange Warten verunsichert unsere Unternehmen und deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich auf die kommenden Monate vorbereiten müssen“, erklärt Manfred Gößl, Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags (BIHK). „Wenn die Bundesregierung nicht endlich ein klares Konzept mit effektiven, effizienten und verhältnismäßigen Schutzmaßnahmen in Abhängigkeit von der Belastung des Gesundheitssystems vorstellt, prognostizieren wir unprofessionellen Aktionismus im Herbst“, warnt Gößl.

Der BIHK-Chef macht deutlich, dass im politischen Berlin die Sommerpause ansteht und die Corona-Bestimmungen aus dem aktuellen Infektionsschutzgesetz Ende September auslaufen. „Die Konzepte müssen jetzt auf den Tisch, nach der parlamentarischen Sommerpause ist es zu spät. Handelt der Bund nicht in den kommenden Tagen, wiederholen wir die Fehler aus den vergangenen beiden Pandemie-Jahren“, sagt Gößl. Es gebe auch keine Ausreden mehr, auf eine wissenschaftliche Evaluierung der bisherigen Corona-Maßnahmen zu warten. „Der Sachverständigenrat hat heute sein umfassendes Gutachten vorgestellt und unter anderem aufgezeigt, dass ein Lockdown über die Zeit seinen Effekt verliere. Das gibt der Politik die klare Aufgabe mit auf den Weg, nicht wieder das gesamte wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben herunterzufahren, sondern geeignetere und effizientere Maßnahmen vorzubereiten, sollte die Überlastung der Kliniken drohen.“

Der Sachverständigenrat stellt in seinem Bericht außerdem fest, dass es für eine umfängliche Aussagekraft der Evaluierung mehr Daten benötige. Gößl fordert daher von der Bundesregierung, eine wissenschaftlich fundierte Datenaufbereitung zu garantieren. „Nur so können flächendeckend verlässliche Prognosen erstellt und eine zielgerichtete Vorsorge getroffen werden, ohne das gesamte öffentliche Leben einzuschränken.“

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