„Coole Strecke“

Bike- und Fitnesspark in Weßling geplant - Bauausschuss stimmt Finanzierung zu

BMX Biker Abfahrt Wald
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Weßlings BMX-Fahrer hätten gerne einen überwachten und geprüften Bikepark.

Weßling – Es ist ein ganz schönes Spektakel, wenn Weßlings BMX-Fahrer in den Wäldern über die zuvor von ihnen aufgehäuften Schanzen springen. Ein Vergnügen, dem auch schon die Väter und Großväter der Jugendlichen nachgegangen sind. Ein Riesenspaß zwischen den Bäumen, der allerdings ein Gefahrenpotential in sich birgt, sollten kleine Radler sich zu der selbst gebauten Bikestrecke verirren und unbeaufsichtigt über die Hindernisse fliegen. Grund genug für ein paar Jugendliche und Erwachsene eine Initiative für eine offizielle, geprüfte Bikestrecke auf den Weg zu bringen. Vom Bauausschuss bekamen sie in der jüngsten Sitzung ein positives Signal: Das Gremium hat zugestimmt, einen Antrag für Fördergelder für einen Bike- und Fitnesspark in Weßling zu stellen.

Eine beliebte Strecke befindet sich im Wald am Wasserberg an der Ettenhofener Straße, auf der sich Fünf- bis Fünfzigjährige aus allen Ortsteilen tummeln. Zu den unermüdlich schaufelnden „Dirtjumpdigger“ gehören auch Beni O. (14) und sein 13-jähriger Kumpel. Die Abfahrt entdeckten die Teenager vor drei Jahren, als sie wie jeden Tag auf ihren Downhillbikes auf der Suche nach coolen Locations zum Schanzen bauen und Springen unterwegs waren. Sie bauten mit den anderen solange am bestehenden Biketrail, bis sie vertrieben wurden. „Dann haben wir einfach an einer anderen Stelle wieder neu angefangen“, erinnert sich der 14-Jährige. Während dem ersten Lockdown wurde die Strecke dann „riesig“. „Wir hatten ja viel Zeit“, sagt er. Die Vorteile des sportlichen Miteinanders liegt für ihn auf der Hand: „Wir sind an der frischen Luft, treffen uns mit dem notwendigen Corona-Abstand mit Freunden und gehen unserer Leidenschaft nach, statt an der Playstation, am Computer und vor dem Fernseher auf der Couch abzuhängen.“

Verletzt habe sich noch niemand. „Klar stürzt man ab und zu, das gehört dazu.“ Aber wenn, dann in voller Montur mit Helm mit einem Kinnvisier, Rücken- und Brustprotektor, Brille, Handschuhe sowie Knie- und Ellenbogenschützer. Gefahrenpotential sehe er vielmehr in den Menschen, die aus Ärger über die Bikestrecke wie im Isar-Trail beispielsweise Äste in die Sprünge legten. Oder noch schlimmer wie in Freiburg, als „jemand auf Brusthöhe ein Drahtseil gespannt hat“. In Weßling sei ihnen das gottseidank noch nie passiert. Im Gegenteil: Die Resonanz der Spaziergänger „war zu 99 Prozent positiv, wobei auch schon mit der Polizei gedroht wurde“, erzählt Beni. Viel häufiger höre er aber: „Coole Strecke Jungs“. Cool fand die Aktion auch Christian Lekies, der eines Tages die Bikestrecke inspizierte und sofort begeistert ausprobierte. Mit ein paar Jugendlichen und Erwachsenen entstand die Initiative „Rideclub“. Ihr Ziel: Ein offizieller Bikepark nach Vorbild von Gemeinden wie Germering. Bei Jugendreferent Rasso von Rebay (FWW), der ebenfalls einen bikeverrückten Sohn zu Hause hat, rannten sie mit dem Vorschlag offene Türen ein.

Mittlerweile liegen schon einige Ideen auf dem Tisch, wie das Projekt umgesetzt werden könnte. „Gebaut soll der Bike- und Fitnesspark zum allergrößten Teil in Eigenleistung“, betont Flo Hagena, Vater zweier Nachwuchsbiker und selbst begeisterter Biker. Jetzt fehlt „fast nur“ noch ein legales Grundstück, wünschenswert wären mindestens 1000 m2. Wesentlichen Lärm verursache ein Bikepark nicht, betont Hagena. „Beim Biken wird nicht angefeuert und Partys werden auch nicht gefeiert. Es ist eine Sportanlage mit klaren Regeln“.

Michèle Kirner

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