Bilanz einer kurzen Amtszeit

Zu seiner zweiten Bürgerversammlung innerhalb eines halben Jahres lud Gilchings Bürgermeister Manfred Walter ein. Ging es in der Oktoberversammlung vorrangig um die Bebauung Gilchinger Glatze, stellte Walter nun die Bilanz seiner kurzen Amtszeit vor. Dickes Lob gab es unter anderem von Altbürgermeister Heinrich Will für die souveräne Moderation.

Rund 80 Bürger hörten sich im Freizeitheim Geisenbrunn den umgangreichen Rechenschaftsbericht an. „Finanziell ist die Gemeinde gut gestellt“, sagte Walter. Dennoch warnte er vor der weltweiten Finanzkrise, die auch Auswirkungen auf Gilching haben könnte. „Noch wissen wir nicht, was auf uns zukommt“, betonte Walter. Die Gesamtverschuldung inklusive Wasserwerk liegt bei rund 14,5 Millionen Euro. Macht pro Kopf 782 Euro. Den Landesdurchschnitt vergleichbarer Gemeinden gab Walter mit 921 Euro an. Projekte, die künftig mit Nachdruck verfolgt werden, sind der Bau des neuen Rathauses mit Bürgerhaus, die Umgestaltung des Bahnhofes Argelried, unter anderem ein Barrierefreier Zugang, die westliche Umgehungsstraße, die nun über ein Planfeststellungsverfahren auf den Weg gebracht werden soll, und die Bebauung der Gilchinger Glatze. Sichtlich stolz zeigte sich Walter auf die positive Entwicklung der beiden Gewerbegebiete Gilching Süd und Friedrichshafener Straße. „Im Gewerbepark Süd werden in den nächsten zwei Jahren rund 1.000 Arbeitsplätze entstehen“, sagte der Rathauschef. Und auch die Friedrichshafener Straße entwickle sich überraschend gut. „Ich bin begeistert, mit welchem Tempo ASTO dort seine Räumlichkeiten vermietet hat. Die Mieter kommen alle aus der Luft- und Raumfahrt und der Kraftfahrzeugbranche.“ Wie berichtet, plant ASTO bereits den Start des zweiten Bauabschnitts, der ursprünglich erst später vonstatten gehen sollte. In Punkto Umgehungsstraße informierte Walter über ein Gespräch am 4. Dezember mit Vertretern der Regierung von Oberbayern. „Die Ergebnisse werde ich auf unserer Homepage bekannt geben.“ Er machte gleichzeitig deutlich, dass mit Baubeginn nicht unter drei Jahren zu rechnen ist. Am 16. Dezember habe er außerdem Gespräche mit der Autobahndirektion wegen eines besseren Lärmschutzes an der Autobahn. „Ich verstehe die Sorgen der Bürger. Es ist aber nicht verständlich, dass so eine einfache Maßnahme nicht durchgeführt wird.“ Auf den Ausbau der Autobahn auf sechs Spuren wolle er nicht warten, sagte Walter. „Man muss bei der Behörde lästig sein und nicht locker lassen.“ Unterstützung signalisierte Landrat Karl Roth. „Wenn es gewünscht ist, mache ich ebenfalls Druck“, bot er an. Außerdem informierte er über die Entwicklung Wasserschutzgebiet. Wie berichtet, hat die Gemeinde Gilching Antrag auf Ausweisung eines Wasserschutzgebietes rund um den Sonderflughafen Oberpfaffenhofen beantragt. Nun würden vom Wasserwirtschaftsamt alle Einwendungen und Anregungen behandelt. Zu den vermuteten Altlasten erklärte er, entsprechende Unterlagen über bereits durchgeführte Untersuchungen von der EADS erhalten zu haben. „Es gibt zwei Verdachtsflächen. Aber keine liegt im beantragten Wasserschutzgebiet.“ Dass die Ausweisung ein Verfahren ist, das sehr lange dauern kann, begründete Roth zum einen mit den vielen Einwendungen und Stellungnahmen, die eingegangen sind. „Es wird aber nicht nur der Flughafen berücksichtigt. In das Verfahren fließen auch die Belastungen durch die Autobahn und die Tankstelle mit ein.“

Auch interessant

Meistgelesen

"Summer Splash" mit Radio Fantasy im Allgäu Skyline Park
"Summer Splash" mit Radio Fantasy im Allgäu Skyline Park
Das elfte Fünf Seen Filmfestival wartet wieder mit Superlativen auf
Das elfte Fünf Seen Filmfestival wartet wieder mit Superlativen auf
Klinikum Starnberg: Telemedizinische Anbindung mit NIDA
Klinikum Starnberg: Telemedizinische Anbindung mit NIDA
ASTO-Erfolgsgeschichte geht weiter: Richtfest für Marriot Hotel
ASTO-Erfolgsgeschichte geht weiter: Richtfest für Marriot Hotel

Kommentare