Biotonne sorgt für weniger Restmüll

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Landkreis – Unterm Strich ist man beim Awista mit der im Sommer vergangenen Jahres eingeführten Biotonne zufrieden. Bei der Werkausschusssitzung des Abfallwirtschaftsverbands nannte Agatha Seidenschwang einige Zahlen, die verdeutlichen, welch ein enormer Aufwand mit der Einführung der Biotonne verbunden war und nach wie vor ist.

Denn von 667 Immobilien-Eigentümern gibt es bis heute keine Reaktion, die große Mehrheit von rund 92 Prozent der Hausbesitzer hatte keine Einwände gegen die neue Tonne. Etwa 3.400 Biotonnen wurden zwischen Juli und August vergangenen Jahres ausgeliefert; 2.460 Befreiungsanträgen wurde stattgegeben, 98 Prozent der Landkreisbürger nutzen heute die braune Tonne alleine oder im Verbund mit Nachbarn. Agathe Seidenschwang, die zuständige Awista-Mitarbeiterin, betonte zwar, die gesammelten Daten der vergangenen neun Monate nach Einführung seien „nicht ganz repräsentativ“, würden aber einen ersten Überblick geben, welches Potential in der Biotone stecke. Der durchschnittliche Mittelwert bei den Leerungen, erhoben für August, lag bei 85.209. Im August 2016, also nur einen Monat nach der flächendeckenden Einführung der Biotonne, lag die Leerung bei 108.225 Stück. In nur vier Wochen wurden laut Agathe Seidenschwang über 23.000 Leerungen mehr vorgenommen, das macht einen Zuwachs von 27 Prozent. Die Einsparungen gibt sie mit prognostizierten 270.000 Euro pro Jahr an, vorausgesetzt die rund 30 Kilo Küchenabfälle, die immer noch im Restmüll landen, werden in die Biotonne verschoben. Eine entsprechende Analyse hatte der Awista in Auftrag gegeben. Mit Briefen, Flyer, einer eigenen Biotonnen-Hotline und per E-Mail hat man sich beim Awista um Aufklärung bemüht. Kehrseite der Medaille: die zusätzlichen Sammlungskosten fressen einen Großteil der Einsparungen auf. Die Zunahme der Bioabfallmengen liegt aktuell bei zehn Prozent im Monatsdurchschnitt – und ist ausbaufähig. Für den Verbandsvorsitzenden und Landrat Karl Roth „ist das vor allem ökologisch sinnvoll, was wir hier im Jahr einsparen können“. Roth verwies auf die heute schon 15 Tonnen weniger Bioabfälle in den Restmülltonnen. „Langfrist wird sich das rechnen“, ist sich der Vorsitzende sicher. Auf der Ausgabenseite gegenüber stehen 224.600 Euro an „Kampagnen-Kosten“. Darin unter anderem 20.100 Euro für die Anschreiben und Öffentlichkeitsarbeit, 71.600 Euro für die Tonnen-Anschaffung und rund 40.000 Euro an Zustellungskosten. Und Awista-Mitarbeiterin Seidenschwang ist sich sicher, die Biotonne werde sich auf jeden Fall langfristig durchsetzen. Sie sprach in der Sitzung von einem „Bewusstseinswandel“, selbst bei notorischen Skeptikern, sie wusste auch von Sammlungsbefreiten, die inzwischen eine Tonne geordert hätten. Als nächstes will der Awista sich um die 667 Grundstücksbesitzer kümmern, die eine Teilnahme am Bioentsorgungssystem bislang verweigern. Ebenso will man besonders in Mehrparteienhäusern prüfen, wie dort die Volumengröße der Tonne (und somit auch die Kosten für die Entsorgung) verbessert werden kann. Auch geht es um weitere Aufklärung, etwa, dass auch Lebensmittelreste über die Biotonne und nicht über den Restmüll entsorgt werden sollen. Und zu guter Letzt geht es um Gartenabfälle wie Strauchschnitt oder der gemähte Rasen, die eigentlich nichts in der Biotonne zu suchen haben. Bereits seit 1994 bietet der Awista für die Biomüllentsorgung entsprechende Gefäße in vier verschiedenen Größen an. Nachdem viele Haus- und Grundbesitzer selbst kompostieren, war bis zur Novellierung des Abfallwirtschaftsgesetzes 2015 die organisierte Entsorgung auf freiwilliger Basis. Bereits 2011 hatte der Awista eine Sortieranalyse durchgeführt und rund 39 Kilogramm pro Einwohner und Jahr in der Restmülltonne ermittelt. O. Puls

Was kommt alles in Biotonne? Alle Infos unter www.awista-starnberg.de/bioabfall/

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