Wenn Minuten entscheidend sind

Beim "Blaulichtempfang" in Starnberg hebt Innenminister Herrmann die Bedeutung des Ehrenamts hervor

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Seenotrettung mit Minister vor den Toren des Bayerischen Yacht-Clubs in Starnberg: Innenminister Joachim Herrmann (Mitte) und Yacht-Club-Vorsitzender Dr. Michael Steiner (l.) verfolgen die Übung der Wasserwacht Starnberg, der DLRG Possenhofen, dem BRK und der Wasserschutzpolizei.

Starnberg – Zwei Segler ver- unglücken vor dem Toren des Bayerischen Yacht-Clubs und fallen in das 14 Grad kalte Wasser des Starnberger Sees. In nur wenigen Minuten nach Eingang des Notrufs sind die Wasserretter von BRK, DLRG und die Wasserschutzpolizei am Unglücksort und bergen die beiden bewusstlosen jungen Männer. Beim „Blaulichtempfang“ informierte sich Bayerns Innenminister Joachim Herrmann über Ausbildungsstand und Gerätschaft der ehrenamtlichen Rettungskräfte.

Aus fast allen Regionen des Freistaats waren am Montagabend Vertreter der Rettungskräfte, Feuerwehren, Technischem Hilfswerk und der Polizei in den Starnberger Yacht-Club gekommen, um sich einmal von höchster Stelle loben zu lassen. Der Blaulichtempfang von Minister Herrmann stand in diesem Jahr unter der Überschrift „Sicheres Bayern“, das in vielen Bereichen, vor allem im Rettungswesen, meist von Ehrenamtlichen garantiert wird. Landrat Karl Roth bekannte denn auch, „ich fühle mich hier sicher“. Und das liege für ihn vornehmlich daran, das in Bayern jede zweite Frau, beziehungsweise jeder zweite Mann sich ehrenamtlich engagiere. Das es schwierig ist, Beruf, Familie, Freizeit und Ehrenamt unter einen Hut zu bekommen, belegen die rückläufigen Zahlen beim Nachwuchs, was alle Organisationen beklagen. Denn gerade das Rettungswesen ist ausbildungsintensiv. Was Walter Kohlenz von der DLRG (Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft) anhand der gezeigten Übung bestätigte: „Allein ein Motorbootführer bei uns muss Rettungsschwimmer, Schnorcheltaucher und Sanitäter sein und natürlich eine Funkausbildung haben.“

Herrmann zeichnet ehrenamtsfreundliche Betriebe aus

Was viel Zeit kostet, gab auch Joachim Herrmann zu bedenken. Aber neben der Familie kommt es auch auf das Verständnis des Arbeitgebers an. „Für einen kleinen Handwerksbetrieb kann das schon belastend sein, wenn es dreimal die Woche brennt und der Mitarbeiter ausrücken muss“, betonte er. Deshalb zeichnete das Innenministerium in diesem Jahr auch vier ehrenamtsfreundliche Unternehmen aus, die das Engagement ihrer Mitarbeiter sogar aktiv fördern. Unter ihnen ist auch der Pharmahandel Sanacorp aus Planegg.

po

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