Liebeserklärung an das ursprüngliche Leben

„Brot und Honig“: Inninger Autorin Birgit Fazis bringt neues Kochbuch heraus

Birgit Fazis
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Brot, Butter und sogar der Honig: Alle Produkte hat Birgit Fazis selbst hergestellt. Die Rezepte hat sie in dem Buch „Brot & Honig“ veröffentlicht.

Inning - Birgit Fazis ist bekennende Brotliebhaberin. Das war auch der Grund, dass sie vor drei Jahren mit dem Backen von Zöpfen, Baguettes, Dinkel- oder Bauernbroten begann. Schließlich kam die Kochbuchautorin auf die Idee, damit ein neues Werk zu füllen und schickte die Rezepte an einen Verlag – und der schlug ein. Allerdings mit der Bitte, noch das Thema Honig einzubinden. Gesagt, getan - und mehr: Denn die 44-Jährige versah die Neuerscheinung „Brot & Honig“ neben Back- und Kochanleitungen noch mit Tipps für das Herstellen von Haushaltsmitteln und einfach umzusetzenden Leitfäden für eine zufriedene Seele.

Dieses Buch ist eine Liebeserklärung an das echte, gute und ursprüngliche Leben, nach dem wir uns in dieser schnellen und überhitzten Welt alle sehnen“, schreibt die Autorin und Bloggerin in der Einleitung. In ihrem jüngsten Werk feiert die Inningerin die Wiederentdeckung der Langsamkeit, die Naturverbundenheit und die Rückbesinnung aufs Wesentliche, sagt sie. Auf 185 bebilderten Seiten motiviert die Pädagogin zum umweltfreundlichen Herstellen von Putzmitteln, dem Nähen von Leinenservietten oder beschreibt, wie man unter dem Schlagwort „0-Waste“ aus Übriggebliebenem wie Grünzeug von Radieschen oder Abgeschnittenem vom Broccoli eine Gemüsebrühe püriert. „Einfach und gut müssen die Rezepte und Tipps sein“, hatte sie sich vorgenommen. Damit ihre Leser und Leserinnen nicht wie sie einst an der Beschreibung scheitern. In diesem Sinne tüftelte sie so lange am Grundrezept des Brotteiges, bis glatte Zahlen herausgekommen sind: 600 Gramm Mehl, 400 Milliliter Wasser und 100 Gramm Sauerteig.

In der Familie Fazis ist das Brot aus dem heimischen Ofen eine Art Lebenselixier. Die Stulle ist Starthilfe in den Tag, stärkende Zwischenmahlzeit oder die Basis der deftigen Brotzeit, erzählt die leidenschaftliche Köchin. Eingepacktes vom Supermarkt boykottierten ihre drei Töchtern und der Gatte. Bis das Lieblingsbrot allerdings zum Lieblingsbrot werden konnte, verschwanden viele missglückte Versuche im Mülleimer. „Hast Du wieder einen Brotfladen gebacken“, klingen ihr bis heute die Kommentare des Nachwuchses in den Ohren. Die Schwierigkeit war wohl, dass sie auf industrielle Hefe verzichtete und stattdessen auf den besser verträglichen Sauerteig setzte. Selbstgemachte Starter, von denen einige ebenfalls in der Biotonne landeten. Irgendwann hatte sie den Dreh raus, schrieb alles auf, fotografierte den Vorgang und druckte ihn für ihr Buch ab. Und die ausverkaufte Hefe im ersten Lockdown brachte sie auf die Idee, aus Datteln und Honig Wildhefe zu züchten. Für die Rezeptsammlung experimentierte sie mit Sahne und Joghurt, die sich ruckzuck zu Butter verarbeiten lassen. Schnell und gut befanden ihre Mädchen das servierte Pop-Corn mit Honig – wohingegen der Essiggeruch beim Putzen mit dem hausgemachten Mittel nicht auf Gegenliebe stieß. „Der verfliegt schnell“, verspricht Fazis. Dafür sei das Hausmittel ein perfekter Kalkkiller.

Das gebundene Buch „Brot & Honig“ ist im Thorbecke-Verlag erschienen und kostet im Buchhandel oder online 29 Euro beziehungweise als Kindle 21 Euro.

Michèle Kirner

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