Radverkehr

Auf der Suche nach Lösungen

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Buch/Breitbrunn/Schlagenhofen – Radfahren ist nicht nur gesund, sondern wer in die Pedale statt auf das Gaspedal tritt, leistet ganz nebenbei der Umwelt einen Dienst. Den Radverkehr will der Landkreis laut Thomas Allner-Kiehling nun von bisher zwölf auf 21 Prozent steigern.

„Die Voraussetzungen dazu fehlen“, sagt der Ortsgruppensprecher des ADFC Starnberg und fordert deshalb ein Alltagsradwegenetz. Und dazu gehören auch fahrradfreundliche Verbindungen zwischen einzelnen Ortsteilen. Zum Beispiel zwischen Breitbrunn oder Buch und Schlagenhofen. Der Bucher Weg ist mit Hinweisschildern als Freizeitradweg ausgewiesen und bei Bikern und Wanderern beliebt. Jüngst wurden diese Verbindungen neu hergerichtet. Darüber ist unter anderem Gerd Kloos nicht erfreut, der die Strecke regelmäßig befährt. „Der schattige Wander- und Forstweg zwischen Breitbrunn und Schlagenhofen, von Touristen im Fünf-Seen-Gebiet als Verbindung von Ammer- und Wörthsee geschätzt, gleicht seit letzter Woche an manchen Stelle einer kleinen Kiesgrube. Eine Planierraupe hat die Steine, die bislang im Weg steckten, herausgerissen und in eine Schotterpiste verwandelt“, ärgert sich der Breitbrunner. Mit seinem E-Bike befuhr auch Eckhard Tiemann die Strecke - und stürzte, als er in ein Kiesbett fuhr. „Die Furchen wurden zehn bis 15 Zentimeter mit runden Kieselsteinen aufgefüllt“, beschwert sich der 75-Jährige, der nach Möglichkeit jeden Tag mit dem Zweirad nach Wörthsee zum Baden fährt. Bereits im vergangenen Jahr habe er die Gemeinde auf die Gefahren des unbefestigten Weges hingewiesen. Der ist allerdings nicht gewidmeter Privatbesitz von Graf Toerring und somit rechtlich nicht Sache der Gemeinde. Von Gesetzes wegen habe „jeder Mensch das Recht, die Wege zu nutzen“, so Martin Fink. Allerdings auf eigene Gefahr, betont der Vorsitzende der Waldbesitzervereinigung Starnberg. „Das sind alles private Forstwege, die jetzt mit viel Geld nach der Holzabfuhr wieder hergerichtet wurden“, so Geschäftsleiter Armin Elbs von der Forstverwaltung Graf zu Toerring-Jettenbach. „Das sind keine Radwege, sondern Forstabfuhrwege.“ Das Problem sei der verwendete ungebrochene Kies, so Allner-Kiehling. „Wenn wir die Waldbesitzer motivieren könnten, statt rundem, gebrochenen Kies zu verwenden, der sich besser in den Boden hineinarbeitet, wäre schon viel erreicht.“ Der Meinung ist auch Monika Schüßler-Kafka. Innings zweite Bürgermeisterin nutzt die Strecke selbst gerne und ist zuversichtlich, dass man in Zusammenarbeit mit der Gemeinde eine Lösung finden könnte. Sie habe die Erfahrung gemacht, dass Graf Toerring sehr kooperativ sei. „Von Seiten des Landratsamt wird immer versucht, das Radwegenetz zu optimieren“, versichert Vize-Pressesprecherin Barbara Beck. Am ersten Oktober stünden dann erste Ergebnisse zu den Alltagsradtouren fest. Danach würde man sich intensiv mit damit beschäftigen. mk

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