Bürgerbus rollt weitere sechs Monate

Kommt der Bürgerbus bei den Herrschingern an oder nicht? Dieser Frage – und welche Verbesserungen gewünscht werden – sind Gemeinderätin Anke Strobl und Gemeinde-Geschäftsführer Günther Pausewang in den vergangenen Wochen auf den Grund gegangen. Der Gemeinderat billigte am Montagabend gegen vier Stimmen eine Verlängerung des im Oktober begonnenen Probebetriebs um ein weiteres halbes Jahr.

Eine Fragebogenaktion, an der 224 Fahrgäste (das sind vier Prozent aller Einwohner) teilgenommen haben, ergab eine überwiegend positive Resonanz, erklärte Anke Strobl (BGH/FW) in der Sitzung. Lediglich neun Antworten seien „negativ ausgefallen“. So werden die vier Touren (Breitbrunn, Widdersberg, Wartaweil, Wochenende sowie an Feiertagen), die vom Busunternehmen Rauner bedient werden, vorwiegend von Schülern und älteren Fahrgästen über 50 Jahre genutzt. Der Fahrpreis von 0,50 Euro für Jugendliche und einem Euro für Erwachsene ist für alle Befragten in Ordnung. Selbiges gilt für die Routen und für die Platzierung der Haltestellen. Dagegen wünschen sich die Befragten eine Taktverdichtung am Vormittag, Jugendliche zudem eine spätere Fahrt in den Abendstunden. Generell für den Busbetrieb sprach Klaus Pittrich (CSU) aus, bezeichnete aber zehn und weniger Fahrgäste an manchen Tagen „als eine sehr kritische Zahl“. Willi Welte (FBU) sieht dagegen den Bürgerbus „trotz größter Anstrengungen für gescheitert“. Die Gemeinde habe für derartige Projekte „schlicht kein Geld“. Den Bürgern mehr Zeit geben, um sich auf das neue Angebot einzustellen, möchte Mia Schmidt (parteilos). Und für Wolfgang Schneider (SPD) und Hans-Jürgen Böckelmann (Grüne) sind sechs Monate Probezeit viel zu kurz, um zu einem repräsentativen Ergebnis zu kommen. Andernorts wie im Nachbarlandkreis Fürstenfeldbruck „funktioniert das mit dem Bürgerbus hervorragend“, wusste Böckelmann. Ein kombiniertes Fahrticket Bus plus Eintritt, etwa für ein Konzert, stellt sich Christine Hollacher (BGH/FW) vor. Bevor sich der Gemeinderat mehrheitlich auf eine sechsmonatige Verlängerung verständigte, beschloss er für die Touren zwei und drei eine Vormittagsfahrt und nahm dafür eine Tour am Nachmittag heraus. Die Lücke wird durch den regulären RVO-Linienbetrieb geschlossen. Ferner billigte das Gremium eine Kostenreduzierung von rund 12.000 Euro durch den Verzicht der kaum gefragten Wochenend- und Feiertagsfahrten. Bislang hat Herrsching 21.900 Euro ausgegeben und etwa 900 Euro an Fahrgeld eingenommen. Gedeckelt ist der Betrieb übrigens mit 90.000 Euro (inklusive Zuschüsse durch die Regierung), wie Bürgermeister Christian Schiller betonte.

Meistgelesen

B2-Tunnel Starnberg: Baufreigabe erteilt
B2-Tunnel Starnberg: Baufreigabe erteilt
Seefeld: Zwei Unfälle im Minutentakt
Seefeld: Zwei Unfälle im Minutentakt
Tutzing: Neue Bereitschaftsleitung und neues Einsatzfahrzeug für den Helfer vor Ort
Tutzing: Neue Bereitschaftsleitung und neues Einsatzfahrzeug für den Helfer vor Ort
Weltwassertag: AWA will Missstände aufzeigen
Weltwassertag: AWA will Missstände aufzeigen

Kommentare