Natur hat keine Lobby

Bund Naturschutz Seefeld übergibt über 1200 Unterschriften gegen Gewerbegebiet im Aubachtal

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Bei der Übergabe v.li.: : Corinna Hoppe (BN Wörthsee), Gerhild Schenck-Heuck (BN Weßling), Dr. Helene Falk (BN Kreisgruppe Starnberg), Adolf Haberl, Ildiko Gaal-Baier, Berit Grubert, Ortwin Gentz (alle BN Seefeld), Dagmar Hoppe (BN Wörthsee), Constanze Gentz, Hans-Walter Grubert (BN Seefeld) und Wolfram Gum. 

Seefeld - Im Vorfeld der Gemeinderatssitzung am 14. Januar überreichte der Bund Naturschutz den aktuellen Stand der Petition um 18 Uhr mit 1387 Stimmen an Bürgermeister Wolfram Gum. Die Petition wurde von der BN Ortsgruppe Seefeld initiiert. Bei der Übergabe waren auch Vertreter der Ortsgruppen aus Weßling und Wörthsee, sowie Kreisgruppen-Geschäftsführerin Dr. Helene Falk anwesend. Auch der Landesverband erklärte seine Unterstützung.

Nach kontroverser Diskussion im Sitzungssaal, der durch die vielen Besucher an seiner Kapazitätsgrenze angelangt war, wurde ein sogenanntes Scoping-Verfahren beschlossen. Ein Scoping-Verfahren ist ein Schritt im baurechtlichen Planungsverfahren und dient zur Festlegung von Inhalten und Umfang einer Umweltverträglichkeitsprüfung.

Als Ergebnis wurde das Scoping-Verfahren nicht nur für die beantragte Fläche im Aubachtal an der Eichenallee, sondern sogar für weitere Flächen in Seefeld beschlossen. Auf Zuruf wurden die Fläche am Seefelder Jahnweg (Pferdehof), an der Inninger Straße am Oberfeld in Hechendorf, am Kammerloher Stadel am Ortsausgang Hechendorf Richtung Herrsching sowie nicht näher definierte innerörtliche Potenzialflächen aus dem Ortsentwicklungsprozess hinzugenommen. Letztere waren spontane Ideen einiger Bürger in den Ortsteilwerkstätten. 

In der Sitzung hat TQ-Systems Geschäftsführer Detlef Schneider behauptet, Oberbürgermeister Dieter Reiter von der Stadt München stehe dem Projekt wohlwollend gegenüber und habe ihm gegenüber Verhandlungsbereitschaft über die Fläche bei Gut Delling gezeigt. Bürgermeister Gum erteilte Herrn Schneider wegen seiner Fachkenntnisse ein Sonderrederecht in der Sitzung. "Die Argumente der Ortsgruppe des Bund Naturschutz, die vor Beginn der Sitzung dem Bürgermeister eine Petition mit 1387 Unterstützern überreicht hat, wurden nicht abgefragt oder in irgendeiner Form gewürdigt", so in der Mail vom BN Seefeld. 

Gegen vier Stimmen wurde der Beschluss zum Scoping-Verfahren verabschiedet. „Ein Gewerbegebiet im Aubachtal ist damit ein Stückchen näher gerückt. Es zeigt sich wieder einmal, dass die Natur in Seefeld keine Lobby hat“, so Ildiko Gaal-Baier von der Ortsgruppe des Bund Naturschutz.

Der Bund Naturschutz fordert, wenigstens am beschlossenen Scoping-Verfahren als Träger öffentlicher Belange und größter bayerischer Naturschutzverband beteiligt zu werden.

Von Kreisbote

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