Einzigartig in Deutschland

Bundeswehr in Feldafing möchte 130 Jahre alte Schätze aus der Fernmeldetechnik zeigen

+
Das Thema Informationstechnik soll verstärkt der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Stark dafür machen sich v.li.: Oberst Gerald Schreiber, Manfred Kienzle und Hauptmann Wolfgang Schmidt.

Feldafing – Die Geburtsstunde der heutigen Schule Informationstechnik der Bundeswehr schlug am 24. Juni 1956 in Sonthofen/Allgäu. Nur wenige Jahre nach dem Umzug nach Feldafing im Jahre 1959, wurde hier begonnen, eine Lehrsammlung von historischem Nachrichtengerät aufzubauen, welche im Laufe der Jahre und Jahrzehnte immer umfangreicher wurde. Im Jahr 2012 wurde die mittlerweile etwas in die Jahre gekommene Sammlung einem vollständigen Neuaufbau unterzogen. Darum kümmerten sich Hauptmann Wolfgang Schmidt, Oberst Gerald Schreiber und der gelernte Radio- und Fernsehtechniker Manfred Kienzle. Der Kreisbote besuchte die Herren und staunte nicht schlecht unter anderem über eine voll funktionsfähige Chiffriermaschine ENIGMA.

Zugegeben, der Name „Informations-,- Nachrichten - und Fernmeldetechnik klingt nicht so spannend - die Schätze, die sich aber in Feldafing auf dem Gelände der General-Fellgiebel -Kaserne befinden, sind es dafür umso mehr. Telefone, Fernschreiber, Funk- und Fernmeldegeräte - eine funktionsfähige Enigma, verschiedene Uniformen und Fahnen - und dazu gibt es natürlich interessante Geschichten. „Wir haben hier schon einen Schatz, der in Deutschland einmalig ist“, so Schreiber, stellvertretender Kommandeur der Schule Informationstechnik der Bundeswehr. Diese Schätze sollen mehr in den Fokus rücken, damit sich mehr Leute für diese 3000 Exponate, die dort sind, interessieren. 

Dem vielfach geäußerten Wunsch, die Sammlung auch der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, wird nunmehr entsprochen. Die technisch und geschichtlich interessierten Besucherinnen und Besucher erwartet eine kurzweilige Führung durch die Ausstellung mit vielen Geräten der Nachrichten- und Fernmeldetechnik, die teilweise auch in Funktion vorgeführt werden können. Sie erfahren interessante Details zu Funktion und Bedienung der einzelnen Geräte und gewinnen einen Einblick in einen ausgewählten Aspekt vor allem deutscher Technikgeschichte. Unter anderem gibt es einen „Wandfernsprecher“ von Siemens & Halske (1885), welcher sogar noch funktioniert, bis zur Sammlung von Mobiltelefonen. Der ein oder andere Besucher erkennt sein altes Exemplar bestimmt wieder. Neben der technischen Sammlung wird ihnen ein ebenso interessanter Einblick in die Standortgeschichte der Garnison Feldafing vor 1959 geboten. Hierbei wird die Nutzung als „Reichsschule NSDAP“ sowie nach Kriegsende als „Displaced Persons Camp“ beleuchtet.

Kienzle und Hauptmann Wolfgang Schmidt kümmern sich seit sechs Jahren um die Ausstellung und vor allem der Radio- und Fernsehtechniker bringt sie wieder zum Laufen. Er restaurierte gleich drei der ausgestellten Enigma-Maschinen. „Ich bin schon stolz auf diese Sammlung“, sagte er. In den verschiedenen Themenräumen sind die Schätze untergebracht: Uniformen, Orden und persönliche Gegenstände, Kryptologie, Fernsprechtechnik oder General Fellgiebel - deutscher Widerstand. Besucher erhalten dort Informationen zum General der Nachrichtentruppe Erich Fellgiebel, der Widerstandskämpfer war.

Wichtiger Hinweis für die Besucher:

Bei der Kaserne handelt es sich um einen Militärischen Sicherheitsbereich, in dem für zivile Besucher bestimmte Auflagen gelten. Zutritt wird nur nach Vorlage eines gültigen Personalausweises oder Reisepasses gewährt. Fotografieren innerhalb der Kaserne ist nicht erlaubt. Der geführte Besuch der Sammlung ist kostenfrei. Wer Interesse an einer Führung hat, kann sich bei Hauptmann Schmidt unter der Tel.: 08157/2732571 melden.

Von Alma Jazbec

Auch interessant

Meistgelesen

Fünf Jugendliche mit zwei Joints erwischt
Fünf Jugendliche mit zwei Joints erwischt
Unbekannter entsorgt große Menge Hausmüll bei Rothenfeld
Unbekannter entsorgt große Menge Hausmüll bei Rothenfeld
Buchsbaumzünsler entsorgen! Aber nicht innerorts verbrennen
Buchsbaumzünsler entsorgen! Aber nicht innerorts verbrennen
Der Flughafen Memmingen: Das Tor zum Süden
Der Flughafen Memmingen: Das Tor zum Süden

Kommentare