Die Meinungen bleiben verhärtet

Causa Seebahnhof: Zeil erhöht Druck auf die Stadt 

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Unlängst übergab Stefan W. Zeil (5. von links) an Bürgermeister Patrick Janik eine Petition, in der die Installation eines Daches und Aufzugs am Starnberger Seebahnhof gefordert wird. Die Bahn hat diesem Anliegen eine Absage erteilt. Zeil lässt allerdings nicht locker. Er lud unlängst zum Gedankenaustausch ein.

Starnberg - Der Initiator von „Bahnsteigdächer und Aufzüge am Seebahnhof“, Stefan W. Zeil, lässt nicht locker: Bei einem Gedankenaustausch, zu welchem er gemeinsam mit dem Verein „Schöner zum See“ in den Bayerischen Hof eingeladen hatte, gab es konkrete Vorschläge, wie die Bahn- und S-Bahnnutzer auf den See-Bahnsteigen nicht länger buchstäblich im Regen stehen müssten.

Während Zeil für sein Vorhaben bereits mehr als 550 Unterschriften gesammelt hat, mit denen weiterer Druck auf Stadt, Stadträte und letztlich auch die Deutsche Bahn aufgebaut werden soll, skizzierte erstmals ein Fachmann die Möglichkeiten – Hans Muche vom Münchner Ingenieurbüro Wörsching, als Planer bereits an der Konzipierung des Bahnhof Nord beteiligt, machte den Vorschlag, ein gut 20 Meter langes Dachstück des unter Denkmalschutz stehenden See-Bahnhofs auf vier Original-Säulen zu rekonstruieren. 

Diese Säulen könne man vom Eck des Stationsgebäudes nehmen, ohne die Bahn um Erlaubnis fragen zu müssen, merkte die Ex-FDP-Stadträtin und Architektin Iris Ziebart an – die fragliche Fläche gehöre nämlich der Stadt. Die Realisierung eines aus klarem und gefärbtem Glas bestehenden „Test-Dachs“ werde inklusive (einmaliger) Zustandsanalyse voraussichtlich 100.000 Euro kosten und nur etwa ein halbes Jahr benötigen, sagte Muche, es könne aber auch durchaus die repräsentative Vorlage für eine spätere Komplett-Bedachung der Bahnsteige abgeben. Muche übte in Sachen „Bahnsteigüberdachung“ zugleich deutliche Kritik an der Untätigkeit der Stadt: „Ich glaube nicht, dass die Stadt Starnberg das Nichtstun bei diesem Verhau dauerhaft gegen die Bürgermeinung durchhalten kann“.

Als eine Mitdebattierende sich für „Tempo vor Schönheit“ aussprach, warnte der Architekt davor, dass eine unattraktive Behelfslösung mit dem Denkmalschutz in Konflikt geraten könnte oder womöglich zur hässlichen Dauerlösung werden könnte. Muche erinnerte daran, welchen historischen Schatz der nach seinem Erbauer benannte Bürklein-Bahnhof für Starnberg bedeute, und zwar mitsamt der ursprünglichen Dachkonstruktion: „Die Dächer gehören zum Ensemble, der Bahnhof hat die gleiche Bau-Qualität wie die Münchner Maximilianstraße“.

Der Vorsitzende von „Schöner zum See“, WPS-Stadtrat Maximilian Ardelt, sagte: „Wir müssen die Mahnschreiben durch konkrete Vorschläge ersetzen.“ Die ehemalige CSU-Stadträtin Hannelore Hartmann regte an, ähnlich wie einst für das Prunkschiff „Delphin“ Spenden bei den Bürgern zu sammeln. Die Stadt könne das Thema dann nicht mehr ignorieren, so die Logik. Den voraussichtlich langwierigen Rechtsstreit zwischen Stadt und Bahn um die finanziellen Folgen des Auslaufens der sogenannten Bahn-Verträge und den erst dann erwartbaren Master-Plan zur Sanierung des See-Bahnhofs wollte kaum einer aus der Gesprächsrunde abwarten. Für den Bau provisorischer „Plattformlifte“ seien zum Beispiel schon jetzt 50.000 Euro in den Haushalt eingestellt: Dann hätte man wenigstens das Gebot der „Barrierefreiheit“ ein Stück weit erfüllt.

Von Thomas Lochte

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