„Ich weiß die Abteilung in guten Händen“

Chefarztwechsel am Klinikum Starnberg – Professor Krötz folgt auf Professor Trenkwalder

Chefarzt Krötz Starnberg
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Professor Dr. Florian Krötz (rechts) folgt auf Professor Dr. Peter Trenkwalder (links) als Chefarzt der Medizinischen Klinik. Über den reibungslosen Übergang freut sich Klinik-Geschäftsführer Heiner Kelbel.

Landkreis - Sie ist mit 113 stationären Betten und jährlich über 6.000 versorgten Patienten die größte Abteilung am Klinikum Starnberg: die Medizinische Klinik. Maßgeblich am Aufbau und an der Entwicklung beteiligt war Professor Dr. Peter Trenkwalder. Nach 19 Jahren hat der langjährige Chefarzt die Leitung aus Altersgründen nun abgegeben. Ihm folgt Professor Dr. Florian Krötz, bisher Leitender Arzt der Abteilung für Invasive Kardiologie.

 „Der Übergang wurde bereits vor drei Jahren geregelt“, informierte Klinik-Geschäftsführer Heiner Kelbel bei einem Pressegespräch. Eine so lange Übergangsphase sei nicht die Normalität, „aber es hat reibungslos funktioniert“, so Kelbel und konstatierte ein „weinendes Auge“, ob des Ausscheidens eines geschätzten Kollegen und ein „lachendes“, wegen der Freude, dass Professor Krötz „den Posten angenommen hat“. 

Für den 48-jährigen Herzkatheterexperten, Internisten, Kardiologen und Diabetologen geht mit der Chefarztposition ein „Lebenswunsch“ in Erfüllung. In jungen Jahren mit dem plötzlichen Herztod seines Vaters Joachim konfrontiert und ohnehin aus einer Ärztefamilie stammend, verschrieb sich Krötz in seiner beruflichen Laufbahn der Behandlung von Herzerkrankungen – speziell den Infarkten. Nach seinem Studium an den Universitäten in Erlangen-Nürnberg und München – in diese Zeit fiel auch ein praktisches Jahr im Texas Heart Center in Houston – führte ihn der Weg zunächst an das Deutsche Herzzentrum der TU München und die Medizinische Poliklinik der LMU München. 2011 wechselte Professor Krötz schließlich an das Klinikum Starnberg als Leiter der Abteilung für Invasive Kardiologie. Bereits drei Jahre später konnten das zweite Herzkatheter-Labor inklusive invasiver Elektrophysiologie sowie die Brustschmerzeinheit (Chest Pain Unit) eröffnet werden. Letztere bekam nur wenig später ihre Zertifizierung durch die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie. Auch an der Gründung des Herzinfarktnetzwerkes „Starnberger See-Isartal“ im Oktober 2015 war Professor Krötz maßgeblich beteiligt.

Auf große Resonanz stoßen zudem die jährlichen Workshops für Chronische Koronarverschlüsse mit Liveübertragung aus dem Herzkatheterlabor, die heuer bereits zum zwölften Mal stattfanden und der regelmäßig zahlreiche Kollegen aus Süddeutschland sowie den angrenzenden Regionen folgen. „Ich freue mich jeden Tag, in diese Klinik zu kommen, in der Medizin nicht nur aus wirtschaflticher Sicht praktiziert wird und Fachexperten kooperieren“, betont der Vater dreier Söhne. „Innere Medizin mit Herz“ werde in Starnberg gehandhabt, „denn wir wollen menschlich bleiben und als Team zusammenarbeiten“. Ein Credo, das Professor Krötz den jungen Ärzten bereits in deren Ausbildung vermittelt. So hat der gebürtige Münchner beispielsweise die volle Weiterbildungsbefugnis für Innere Medizin und Kardiologie (36 Monate). „Professor Krötz hat sich landkreisübergreifend einen hervorragenden Ruf erworben. Wir freuen uns, dass so ein hochqualifizierter Mediziner, der unser Haus zudem schon lange kennt, als Chefarztnachfolger zur Verfügung steht“, so Dr. Thomas Weiler, Geschäftsführer der Starnberger Kliniken GmbH.

Hohes überregionales Ansehen genieße auch Professor Trenkwalder, der „die Medizinische Klinik in den vergangenen fast zwei Jahrzehnten ganz wesentlich geprägt und auf höchstem Niveau den Übergang in ein modernes Zeitalter begleitet hat“, würdigte Weiler den 63-Jährigen, der bereits als junger Chefarzt die Vernetzung der Ärzte vorangetrieben hat. So sei es gelungen, in Starnberg ein Gesundheitszentrum mit Netzwerken in der Schlaganfallversorgung, der Palliativmedizin und der Nephrologie zu installieren. Trenkwalder blickt auf eine entwicklungsreiche Zeit zurück, in der sich die Krankenhauslandschaft im Landkreis Starnberg in den vergangenen zehn Jahren stark verändert habe. „Dabei ist das Krankenhaus Starnberg immer in kommunaler Hand geblieben“, so Professor Trenkwalder und richtete seinen besonderen Dank an die Alt-Landräte Heinrich Frey und Karl Roth sowie den aktuellen Amtsträger Stefan Frey. Eine einschneidende Veränderung sei die Einführung des DRG-Systems und damit die Abrechnung durch Fallpauschalen gewesen. „Früher lag die durchschnittliche Verweildauer der Patienten bei 13,1 Tagen, heute sind es 6,8“, so Trenkwalder. „Alles ist schneller und technisierter geworden.“

Trenkwalder studierte an der LMU in München Humanmedizin und knüpfte bereits als Student im Praktischen Jahr Kontakte zum Starnberger Klinikum, in dem er 1989 nach der Facharztprüfung Innere Medizin zum Oberarzt ernannt wurde. Nach Ausbildungsjahren in New York und München-Großhadern kehrte Trenkwalder 1997 habilitiert nach Starnberg zurück und übernahm 2001 – inzwischen Professor – die Medizinische Klinik. 2003 eröffnete der passionierte Golfer die internistische Schlaganfall-Einheit am Klinikum, drei Jahre später die Palliativstation. Von 2003 bis 2009 fungierte der Internist und Kardiologe zudem als Ärztlicher Direktor des Klinikums und wird seit 2012 kontinuierlich auf der Focus-Ärzteliste – Deutschlands Top-Mediziner – geführt. Als ausgewiesener Hypertonieexperte führt Professor Trenkwalder regelmäßige Schulungsveranstaltungen für Hochdruckpatienten durch und war von 2016 bis 2019 stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Hypertoniegesellschaft. 

Auch nach dem Erreichen des Rentenalters im Öffentlichen Dienst Ende Februar wird der 65-Jährige der Medizin erhalten bleiben und in einer Praxis in Gauting mitwirken. „Daneben werde ich der Gutachterstelle der Bayerischen Landesärztekammer mitarbeiten“, so Professor Trenkwalder und betont: „Ich weiß die Abteilung bei Professor Krötz in guten Händen.“

Kreisbote

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