Von Dachau an den Starnberger See

Christine Döring wird ab 2021 die neue evangelische Pfarrerin für Pöcking und Feldafing

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Pfarrerin Christiane Döring studierte Theologie in den USA und tritt zu Jahresbeginn die vakante Pfarrstelle der evangelischen Kirchengemeinde in Pöcking-Feldafing an.

Pöcking/Feldafing - Die seit diesem Sommer vakante Pfarrstelle der evangelischen Gemeinde in Pöcking-Feldafing wird neu besetzt. Zu Beginn des neuen Jahres übernimmt Christiane Döring das Amt von Michael Stein. Für den Kreisbote gibt Döring einen kleinen Einblick in ihr bisheriges Wirken und Schaffen und erzählt auch, auf was Sie sich in Pöcking und Feldafing besonders freut.

„Kurz vor den Sommerferien habe ich mich dem Kirchenvorstand der Gemeinde Pöcking-Feldafing vorgestellt“, erklärt Christiane Döring. Ihre Präsentation überzeugte die Anwesenden und so wird Döring in ein paar Monaten ihr Amt als Pfarrerin am Starnberger See antreten.

Von Dillingen in die USA

Aufgewachsen ist Döring in einem Dorf bei Ulm. Ihre Jugendjahre verbrachte sie dann in Dillingen an der Donau. Diese Zeit, so erzählt es die neue evangelische Pfarrerin, habe sie sehr geprägt. Sie arbeitete aktiv in der Jugendgruppe mit und war auch gesanglich in der Kantorei engagiert. 

„Durch die Erfahrungen, wie lebendig und vielseitig Gemeindeleben sein kann, und durch Menschen, die mir den Glauben als etwas Wertvolles nahe gebracht haben, ist in mir der Wunsch gewachsen, Theologie zu studieren“, sagt Döring. 

Das Studium absolvierte sie zunächst in Tübingen. Um aber etwas mehr von der Welt zu sehen , bereiste Döring die USA und begann dort an einem Lutherischen Seminar in Phiadelphia ihr Studium fortzusetzen. 

„In Phiadelphia habe ich den konfessionellen Reichtum und unterschiedliche Frömmigkeitsstile kennengelernt. Besonders beeindruckt war ich von älteren Mitstudierenden, die bereits in ihren Kirchengemeinden ehrenamtlich als Prediger oder Pfarrer tätig waren und am Seminar ihr theologisches Wissen vertiefen wollten“, berichtet Döring über ihre Anfangsjahre in den Vereinigten Staaten. 

Nach dem Theologiestudium blieb sie in den USA und begab sich in den Mittleren Westen, wo sie eine Grundausbildung in der Klinikseelsorge abschloß. Diese Zeit war für Döring intensiv und lehrreich, denn sie begleitete auf den Intensivstationen einer Klinik in Wichita im Bundesstaat Kansas Menschen in Krisensituationen. Im Anschluss kehrte sie wieder nach Deutschland zurück und begann ihr Vikariat in München-Neuperlach. 

An der Frauengleichstellungsstelle im Landeskirchenamt arbeitete Döring im Themenfeld „Vereinbarkeit von Familie und Beruf in der Ausbildung und im Pfarrdienst“ und bei der Gründung der Argula-von-Grumbach-Stiftung mit. Seit elf Jahren ist Christiane Döring nun Pfarrerin an der Gnadenkirche in Dachau. „Hier habe ich neben der regulären Gemeindearbeit einen Schwerpunkt im Arbeitsbereich „Kinder und Familien“ und in der Seelsorge für Menschen mit geistiger Behinderung“. 

Die neue Pfarrstelle in der Kirchengemeinde Pöcking-Feldafing wird Döring nicht alleine antreten. Ihre ganze Familie wird von Dachau an den Starnberger See ziehen. Mit im Gepäck sind ihr Mann Klaus Kipf sowie die schulpflichtigen Kinder Annika, Ricarda und Loris. 

Besonders gespannt ist Döring die neuen Gemeindemitglieder kennen zu lernen: „Ich freue mich darauf, mit meiner neuen Gemeinde Gottesdienste zu feiern, gemeinsam ein Stück Lebensweg zu gehen und nach Spuren von Gottes Reich in dieser Welt zu suchen! Deswegen habe ich auch so früh wie sonst nie nach der Jahreslosung für das kommende Jahr geschaut. Sie heißt so: Jesus Christus spricht: Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!“ 

Der ausgewählte Leitspruch aus dem Lukasevangelium soll auch gleichzeitig als Motivation dienen Kirchenarbeit neu zu gestalten, wie Döring betont: „Mit diesem Bibelvers würde ich gerne in den kommenden Monaten auf Entdeckungsreise gehen! Was heißt es für uns als Kirchengemeinde barmherzig zu sein? Wie verändert es den Blick aufeinander, auf unseren Nächsten und die Welt? Wie können wir diese Offenheit erlangen: dem anderen nicht mit einer festen Meinung zu begegnen, sondern einen Raum zu eröffnen, in denen Sorgen und Nöte Platz haben? Wo Fehler gemacht werden dürfen? Wo jemand etwas ausprobieren und sich irren kann? Wie können wir einen Lebensstil der Barmherzigkeit einüben?“

Von Kreisbote

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