365-Euro-Ticket für Schüler und Azubis auf der Kippe – Entscheidung im April

Corona sorgt für Haushaltssperre

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Die Coronavirus-Epidemie reist ein riesiges Finanzloch, ähnlich das einer Baustellengrube, in den Haushaltsetat des Kreistages. Die Einführung eines günstigen MVV-Tickets für Schüler und Auszubildende ist voerst vom Tisch.

Landkreis – Die Corona-Pandemie hat auch die potente Starnberger Wirtschaft erreicht. Weil die wirtschaftlichen Folgen nicht abzuschätzen sind, haben Starnbergs Kreisräte jetzt eine Haushaltssperre für drei Millionen Euro beschlossen. Außerdem wurde eine Entscheidung zur Einführung des 365-Euro-MVV-Tickets für Schüler und Auszubildende zurückgestellt.

Die Kreisräte tun sich im Moment schwer mit dem Geld ausgeben, das wurde bei der jüngsten Sitzung – in Notbesetzung – deutlich. Vor allem fürchtet man erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen durch die Corona-Pandemie. Es soll im Landkreis bereits Unternehmen geben, die wegen fehlender Einnahmen ihre Gewerbesteuer an die Gemeinde nicht mehr bezahlen können. So rechnet man auf Seiten der Verwaltung mit heute kaum zu bezifferten Einnahmeausfällen. Daher verabschiedete die Runde einstimmig eine Haushaltssperre für vorerst drei Millionen Euro zu erlassen. Alle Ressorts der Kreisbehörde müssen 30 Prozent ihrer Etats einsparen. Egal, was ansteht.

 Den Anfang machten die Kreisräte selbst. Das 365-Euro-Ticket für Schüler und Azubis wurde erst einmal nicht verabschiedet. Vielmehr soll Landrat Karl Roth sondieren, wie es die anderen Verbundpartner handhaben wollen. Bis auf Fürstenfeldbruck und Starnberg haben alle anderen Landkreise im Verbund sowie die Stadt München dem MVV-Schülerticket bereits zugestimmt. Das Ticket würde den Kreishaushalt für dieses Jahr bei einem Start im August 215.000 Euro belasten. Für das kommende Jahr sind rund 600.000 Euro für das Schülerticket veranschlagt.

 Gegen die Stimme von Anton Maier (Grüne) folgte der Kreistag dem Vorschlag der Verwaltung. Gegen eine Verschiebung oder gar Absetzung des 365-Euro-Tickets spricht sich deutlich der Kreisjugendring München-Stadt, der selbst sieben Jahre lang die Fahrkarte konzipiert hat. Vor allem, dass man gerade an einem Ticket für junge Menschen in Schule und Ausbildung sparen möchte, kritisiert der KJR. Gerade Schüler und Auszubildende müssten nach der Krise günstig mobil sein können. „Ich bitte die Mitglieder des Starnberger Kreistags, dies noch einmal zu überdenken und dem Beschluss zur Einführung des Jugend- und Ausbildungstickets zum August 2020 zuzustimmen“, sagte Claus Piesch, der Vorsitzende des Kreisjugendrings Starnberg, zum Vorgehen des Landkreises.

Von po

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