Creatchools

Bald wieder Leben an der Ziegelei?

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Tutzing – An der Ziegeleistraße 12 dürfte bald eine neue Schule mit bis zu 280 Schülern Einzug halten.

Der Tutzinger Gemeinderat stimmte einem Antrag auf Nutzungsänderung für eine rund 2.000 Quadratmeter große Fläche im dortigen Gewerbegebiet mit 13:5 Stimmen zu. Laut der Dritten Bürgermeisterin und Schulreferentin Marlene Greinwald handelt es sich bei den „Creatschools“ um ein „modernes Montessoriartiges Konzept“, das Schule und eine handwerklich-praktische Ausbildung eng miteinader verzahnt und offenbar auch einen umweltbewussten Ansatz lebt: Zum bereits vom staatlichen Schulamt und vom Kultusministerium geprüften und genehmigten Konzept gehört es angeblich, dass die Schüler mit dem Zug und dem Fahrrad zu ihrer Schule gelangen beziehungsweise von der Lehrerschaft mit Shuttle-Bussen vom Bahnhof abgeholt werden. Die „Creatschool“ möchte bereits zum Schuljahr 2014/2015 mit etwa 100 Schülern den Betrieb aufnehmen und im sogenannten Gebäude III an der Ziegelei Einzug halten. Marlene Greinwald (FW) und Bürgermeister Rudolf Krug (ÖDP) warben im Gemeinderat dafür, den noch weitgehend unbekannten Betreibern nicht gleich Steine in den Weg zu legen: „Wir sollten nicht immer alles negativ sehen,“ so Greinwald, „warum soll das denn nicht klappen? Wir werden sonst nie etwas verändern.“ Was Greinwald als „zu viel Bedenkenträgerschaft“ bezeichnete, entzündete sich eher an verkehrlichen Fragen: Dass tatsächlich alle Schüler mit Bahn und Rad zur Schule gelangen werden, bezweifelten einige Gemeinderäte und diskutierten sowohl das Thema ausreichender Fahrradständer beziehungsweise Parkplätze für bis zu 20 Lehrkräfte als auch die Verkehrssicherheit ausgiebig. Wolfgang Marchner (Bürger für Tutzing) warnte sogleich davor, man dürfe nicht „zu naiv sein“ – niemand wisse bislang Genaueres über die Betreiber. „Ich habe die im Internet zu googeln versucht, aber nichts gefunden“, sagte Renate Geiger (SPD). Bürgermeister Krug kündigte an, jemanden von „Creatschools“ zur Juli-Sitzung des Gemeinderats einzuladen. Stefanie von Winning gab sich derweil als CSU-Fraktionssprecherin unvoreingenommen: „Das ist ein durchaus spannendes Konzept, das mehr Chancen als Risiken bietet – ein Zukunftsmodell, das wir nicht klein reden sollten.“ Bernd Pfitzner (Grüne) war etwas skeptischer und erinnerte an die „Vierzehn Stämme“, die ihre Schulform seinerzeit auch mit Genehmigung des Bayerischen Kultusministeriums praktizieren konnten. Replik von Winning: „Ich hoffe doch sehr, dass das Kultusministerium mittlerweile etwas genauer hinschaut.“ Allgemein wurde es begrüßt, dass in das lange Zeit brach liegende Gebiet an der Ziegelei endlich wieder Leben kommt: „Ist doch wunderbar, wenn da was passiert.“, so Heinrich Reiter (FW). Man „verschenke“ ja auch keine Gewerbeflächen: „Der neue Besitzer der Flurnummern will da was entwickeln und hat Sympathie für Leute, die mal einen anderen Weg gehen“, sagte der Bürgermeister, der mit dem Investor schon Gespräche geführt hat. mps

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