„Diskussion um fehlende Impfbereitschaft fehl am Platz“

„Das Maß ist voll!“ - Caritas-Geschäftsleiterin Schneider fordert Perspektiven für Altenheime nach Impfungen 

Corona-Impfungen in Seniorenheimen: Folgende Regelung greift bei demenzkranken Bewohnern.
+
„Das Gesundheitsministerium muss jetzt dringend eine Perspektive für diejenigen Einrichtungen schaffen, in denen bereits geimpft wurde“, fordert Caritas-Geschäftsleiterin Doris Schneider (Symbolbild).

Region - „Wir brauchen Akzeptanz und Perspektiven für unsere Arbeit in den Alten- und Pflegeheimen“, appelliert Doris Schneider, Caritas-Geschäftsleiterin für 27 Altenheime in München und Oberbayern. Die öffentliche Diskussion um die fehlende Impfbereitschaft der Pflegekräfte sei zum jetzigen Zeitpunkt fehl am Platz, betont Schneider.

„Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten seit zehn Monaten schier Unmögliches, um den Bewohnerinnen und Bewohnern in unseren Einrichtungen trotz Corona ein würdevolles Leben zu ermöglichen. Und auch jetzt leisten sie wieder viele zusätzliche Arbeitsstunden, um die Impfungen in den Heimen zu organisieren. Selbst wenn es gut funktioniere, müssten in einem Caritas-Haus etwa 90 bis 100 Bestätigungen von den Angehörigen eingeholt werden, damit die Bewohner geimpft werden dürfen. Zudem müssten die Impfteams begleitet und jeder Geimpfte wegen möglicher Nebenwirkungen eine halbe Stunde überwacht werden. Das stemmen die Mitarbeitenden wieder zusätzlich zu ihrer normalen Arbeit. Aber das Maß ist voll“, mahnt Schneider an.

Die jüngste Forderung der Patientenschützer, die Belegschaft täglich zu testen, weist Schneider entschieden zurück. Der zusätzliche Aufwand und auch die zusätzliche Belastung für die Mitarbeitenden durch die ständigen Abstriche seien nicht akzeptabel. Dafür zusätzlich in Aussicht gestelltes Personal sei in den Caritas-Einrichtungen noch nicht angekommen. Den Schwerpunkt auf die Impfung zu legen sei völlig richtig. Jedoch: „Das Gesundheitsministerium muss jetzt dringend eine Perspektive für diejenigen Einrichtungen schaffen, in denen bereits geimpft wurde“, fordert Schneider. Denn wenn sich die Vorgaben nicht änderten, müssten beispielsweise bereits geimpfte Bewohner mit einem Schnupfen weiterhin in Quarantäne. Auch die Einschränkungen bei den Kontakten und dem Besuchsrecht gelten weiter. „Die neuen Regelungen müssen spätestens in zwei Wochen vorliegen, wenn mit der zweiten Impfung eine Immunisierung vorliegt“, moniert Schneider. Die mögliche Übertragung von Infektionen durch geimpfte Personen müsste dabei bewertet werden. 

Kreisbote

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Corona im Landkreis Starnberg: 7-Tages-Inzidenz sinkt weiter - Zahl der positiven Fälle steigt marginal auf 3.411
Corona im Landkreis Starnberg: 7-Tages-Inzidenz sinkt weiter - Zahl der positiven Fälle steigt marginal auf 3.411
Corona-Testungen in Alten-und Pflegeheimen: Landkreis Starnberg erhält Unterstützung von den Mittenwalder Gebirgsjägern
Corona-Testungen in Alten-und Pflegeheimen: Landkreis Starnberg erhält Unterstützung von den Mittenwalder Gebirgsjägern
Renitenter Rentner beschmiert in Tutzing wiederholt alte Schlossmauer mit weißer Farbe
Renitenter Rentner beschmiert in Tutzing wiederholt alte Schlossmauer mit weißer Farbe

Kommentare