Dauerthema Glatze

Wie schon die Umgehungsstraße, ist auch die Bebauung der so genannten Glatze im Gilchinger Ortszentrum zum Dauerthema geworden. Während Befürworter auf eine schnelle Umsetzung drängen, sehen Kritiker noch viele Fragen ungeklärt. In einer Sondersitzung soll nun noch einmal alles ausführlich besprochen werden.

Die Gilchinger Glatze ist das Filetstück in Gilching und soll als letzte leere und derzeit noch landwirtschaftlich genutzte Fläche zu 50 Prozent mit Geschoßwohnungen und Reihenhäuser bebaut werden. Für Unmut in der Bevölkerung und auch bei einem Teil des Gemeinderats sorgen die in massivbauweise geplanten Häusern entlang des Starnberger Wegs. „Wir haben im Ortszentrum schon einmal einen Planungsfehler gemacht und sollten ihn nicht wiederholen“, mahnte Dieter Moehring (SPD). Er könne sich grundsätzlich mit der Bebauung der Gilchinger Glatze anfreunden. „Die acht geplanten zweistöckigen und bis zu 240 Meter langen Wohnblöcke entlang des Starnberger Wegs erinnern aber mehr an eine Kaserne, als dass sich hier einmal Familien mit Kindern wohl fühlen sollen.“ Michael Rappenglück (SPD) forderte im Hinblick auf die nachfolgenden Generationen, sehr sorgfältig mit der Verbauung umzugehen. Insbesondere will er geklärt haben, ob Änderungen im Bauleitverfahren möglich sind, oder ob die Gemeinde, wie im Fall Ortszentrum, starr an die Planung des Architekten gebunden ist. „Wenn wir so weitermachen, laufen wir Gefahr, später in Zugzwang zu kommen“, gab Rappenglück zu bedenken. Dorothea Heutelbach (CSU) monierte von Beginn an den zu erwartenden zusätzlichen Verkehr. Ist der Starnberger Weg schon jetzt zu Stoßzeiten ein Nadelöhr, wird sich das mit dem Bau des neuen Wohngebiets weiter verschlimmern. Kritik wurde deswegen auch von Bürgern in einer eigens einberufenen Bürgerversammlung zum Thema Glatze vorgebracht. Die Bebauung soll in mehrern Etappen durchgeführt werden. Bürgermeister Manfred Walter rechnet mit Wohnraum für zusätzlich rund 1.600 Menschen. Nikolaus Reis schlägt außerdem vor, ein Einheimischen-Projekt für junge Familien mit Kindern zu berücksichtigen. Einen sechsseitigen Katalog mit Anregungen hat die Grünen-Fraktion eingebracht. Peter Unger fordert darin unter anderem Querungen für Radfahrer und dass das geplante Wasserband noch einmal überprüft wird. Unter anderem könne laut Unger durch den tiefer gelegten Wasserlauf eine Gefährdung für Kleinkinder geschaffen werden. Die Freien Wähler und Teile der CSU wiederum drängen auf eine baldige Realisierung. Immerhin sind rund 40 Grundstückseigentümer beteiligt, die nach jahrelanger Diskussion ihre Flächen gewinnbringend verkaufen wollen. Für Dienstag, 6. Oktober, lädt Bürgermeister Manfred Walter zu einer Sondersitzung ein, in der alle strittigen Fragen auf den Tisch kommen. Beginn ist um 19 Uhr.

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