Parteifreie fordern Aufklärung

Deckeneinsturz Schwimmhalle und fehlende Kostentransparenz beim Wasserpark

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Die Parteifreien fordern Aufklärung in Sachen Wasserpark und Schwimmhalle.

Starnberg – Ein Deckeneinsturz bei Sanierungsarbeiten im Schwimmbad des Wasserparks im Herbst 2017 und fehlende Transparenz bei den Kosten zur Fertigstellung des neuen „Seebades“ sind Gegenstand zweier Dringlichkeitsanträge der Fraktion der Partei-freien (DPF) im Stadtrat, die bei der jüngsten Plenumssitzung wegen der fortgeschrittenen Zeit nicht mehr behandelt werden konnten. Bis zum 31.Mai wird diesen (schon länger formulierten) Anträgen gemäß Aufklärung darüber verlangt, wie es zu dem damaligen Deckenabsturz kommen konnte, außerdem fordert die DPF in diesem Zusammenhang Aufklärung zur Haftungssituation und eventuellen Mehrkosten für die Stadt: Laut Stadträtin Angelika Kammerl sei es „dringend notwendig, umgehend vollumfängliche Transparenz zu Kosten, Terminen und Liquiditätsbedarf beim Projekt Wasserpark Starnberg (Seebad) zu bekommen“ - hiervon könnten Entscheidungen zum städtischen Haushalt ebenso betroffen sein wie der bereits mehrfach verschobene Eröffnung des neuen Seebades.

Der mit den Anträgen verbundene Forderungskatalog der DPF an die Adresse von Stadt, Projektsteuerer und – im Fall „Deckeneinsturz“ - verantwortlichem Statiker umfasst mehrere Seiten. Begründet wird er zusammenfassend damit, dass durch Stadtverwaltung und Projektsteuerer „Anforderungen an eine in der gängigen Praxis übliche Berichtslegung für vergleichbare Bauvorhaben nicht erfüllt“ würden, weder inhaltlich, noch in der Form, so Kammerl. Der zuletzt gelieferte Quartalsbericht „IV / 2017“ zum Wasserpark Starnberg (Sachstand 31.12.2017) sowie der zum „Index 1“ vom 26. Februar 2018 durch den Projektsteuerer Jedamzik von der WSP Deutschland AG erlaube dem Stadtrat „keinen Einblick in die tatsächliche Kosten-/Termin-Situation und den resultierenden Liquiditätsbedarf“, argumentiert die DPF. Wie berichtet, war es bei der jüngsten Erörterung der Kostenentwicklung „Wasserpark“ zu atmosphärischen Spannungen zwischen Jedamzik und einigen Stadträten gekommen – Letzterem wurde mangelnde Kostentransparenz vorgeworfen, in der „Gegenrichtung“ hielt der Projektsteuerer dem Stadtrat vor, dieser arbeitete zu wenig effektiv. 

Monatliche Berichterstattung beim Wasserpark

Laut DPF-Antrag soll zur „Kostenverfolgung Sanierung Wasserpark (Seebad)“ ab sofort monatlich aktualisiert Bericht erstattet werden; den Stadträten seien die aktualisierten Daten dann jeweils „bis zum 20. des Folgemonats“ durch Projektsteuerer bzw. Stadtverwaltung vorzulegen. Auch die bis vergangenen Montag anhängige Etatplanung der Stadt bzw. Übertragung von Haushaltsresten sei ohne die präzisierten Kostendaten zum Wasserpark äußerst schwierig gewesen, hieß es immer wieder aus Kreisen des Stadtrats.

Fragen-Katalog soll Antworten geben

Zum Deckeneinsturz der Schwimmhalle im vergangenen Herbst schreiben die Parteifreien, dass Anne Hugues, Architektin und Geschäftsführende Gesellschafterin der mit den Sanierungsarbeiten beauftragten Seifert-Hugues Architekten GmbH aus München, der DPF-Stadträtin Angelika Kammerl bei einer Besichtigung des „Seebades“ am 14.11.2017 „in der Schwimmhalle“ mitgeteilt habe, „bei Arbeiten an der abgehängten Decke“ sei diese „im Ganzen abgestürzt“ - man könne von Glück reden, dass niemand zu Schaden gekommen sei, so Hugues laut Kammerl damals. Die Stadträtin hält Bürgermeisterin Eva John anlässlich ihrer Dringlichkeitsanträge vor, diese habe auf ihre Frage, ob die Decke abgestürzt sei, „in Stadtratssitzungen mehrfach (…) geantwortet, dass sie dazu nichts sagen könne.“ Ob die Folgekosten des Deckeneinsturzes von einer Versicherung getragen werden, ob Fehler des verantwortlichen Statikers vorliegen oder gar eine „Bestandsaufnahme der Altbausubstanz“ verabsäumt wurde, soll ein Fragen-Katalog abklären, der dem Antrag beigefügt ist. Auch der genaue Hergang des Schadensfalls soll dadurch aufgehellt werden.

Von mps

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