Anlässlich des Weltfrauentages

Deutscher Gewerkschaftsbund in Sorge: Corona trifft Frauen besonders hart

„Die Corona-Krise hat die bestehenden Ungleichheiten zwischen Frauen und Männern weiter verschärft“, mahnt Dr. Verena Di Pasquale, stellvertretende Vorsitzende des DGB Bayerns (Symbolbild).
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„Die Corona-Krise hat die bestehenden Ungleichheiten zwischen Frauen und Männern weiter verschärft“, mahnt Dr. Verena Di Pasquale, stellvertretende Vorsitzende des DGB Bayerns (Symbolbild).
  • vonFlorian Ladurner
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Region - Anlässlich des heutigen „Weltfrauentages“ ruft Verena Di Pasquale, stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) Bayern, alle Frauen dazu auf, in Zeiten der Pandemie noch stärker für ihre Rechte und für mehr Gleichstellung zu kämpfen.

„Im Jahr 2021 ist unser Einsatz besonders gefragt. Denn die Corona-Krise hat die bestehenden Ungleichheiten zwischen Frauen und Männern weiter verschärft. Spätestens seit Corona ist allgemein bekannt, dass es vor allem Frauen sind, die in systemrelevanten Berufen arbeiten und so den Laden am Laufen halten. Doch heißt systemrelevant viel zu oft auch massiv unterbezahlt. Damit muss endlich Schluss sein. Mehr denn je muss es endlich gelingen, die Berufe in frauendominierten Branchen aufzuwerten und mit der notwendigen finanziellen Wertschätzung zu versehen.“

Der Schlüssel hierzu liege der Gewerkschaftsvorsitzenden zufolge darin, die Tarifbindung zu erhöhen. „Auch in Bayern sinkt die Tarifbindung seit Jahren. Hier brauchen wir so schnell wie möglich eine Trendwende. In tarifgebundenen Unternehmen werden die Beschäftigten besser bezahlt, es gibt planbare Arbeitszeiten und eine bessere soziale Absicherung. Und in der Krise profitieren Beschäftigte in Betrieben mit Tarifvertrag häufiger von der Aufstockung des Kurzarbeitsgeldes, die auch auf den großen Druck der Gewerkschaften zurückzuführen ist. Dieser Erfolg zeigt, dass die Menschen mit Gewerkschaft besser durch die Krise kommen“, so Di Pasquale.

Neben höheren Löhnen fordert Di Pasquale mehr Frauen in Führungspositionen. Zudem sei eine geschlechtergerechte Verteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit „längst überfällig. Denn meistens seien es Frauen, die bei Geburt eines Kindes oder bei der notwendigen Pflege von Angehörigen im Beruf kürzertreten. „Diese unbezahlten Care-Tätigkeiten müssen endlich besser mit dem Beruf zu vereinbaren sein. Dazu gehören Arbeitszeiten, die Frauen und Männern die gleichen Chancen eröffnen, einer Beschäftigung nachzugehen und gleichzeitig Verantwortung für Sorgearbeit zu übernehmen. Durch Corona droht die Gefahr, wieder verstärkt in alte Rollenmuster zurückzufallen. Das muss unbedingt vermieden werden“, so Di Pasquale.

Kreisbote

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