Krankengeschichte

Auf dem Weg zur Heilung

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Region – Es klingt unglaublich und grenzt beinahe an ein Wunder: Karin Walter-Helm aus Thaining (Landkreis Landsberg) hat ihren Lungenkrebs vorerst besiegt, auch wenn das nach dem derzeitigen wissenschaftlichen Stand und vielen klinischen Studien als unmöglich erscheint.

Seit vier Jahren ist sie tumorfrei. Über den Verlauf dieser Krankengeschichte, über die Höhen und Tiefen in dieser Zeit, über Verzweiflung und Hoffnung hat die 64-Jährige ein Buch mit dem Titel „Auf dem besten Weg zur Heilung“ geschrieben. Die Autorin lebte über 20 Jahre in Peißenberg, wo auch ihre Tochter mit ihrer Familie wohnt. Es war ihr ausdrücklicher Wunsch, in Weilheimer Arztpraxen behandelt zu werden, da Weilheim eine vertraute Umgebung für sie ist und die Tochter so in ihrer Nähe sein konnte. Zu ihren Gründen, ein Buch zu veröffentlichen, sagt Karin Walter-Helm: „Ich möchte andere Betroffene ermutigen, dass sie der klassischen Schulmedizin vertrauen sollen. Ohne die intensive Zusammenarbeit der einzelnen Fachrichtungen wie Allgemeinmedizin, Onkologie, Pneumologie und anderen wäre ein solcher Erfolg bestimmt nicht möglich gewesen. Es ist schaffbar, auch wenn das bei Lungenkrebs eine Ausnahme ist.“ Denn dieser gilt als sehr hinterhältig, weil er kaum Symptome zeigt. Und wenn er gestreut hat, dann ist es meist zu spät. Bei Karin Walter-Helm fing es mit leichten Beschwerden im Herbst 2010 an: „Ich bekam immer öfters nachts Sodbrennen und Magenschmerzen. Später kam dann ein ziemlich starker Husten dazu“, erinnert sie sich. Vom Hausarzt wurden ihr anfangs ein Hustensaft und ein Inhalationsgerät verschrieben. Als sich die Krankheitszeichen verschlimmerten und sich die Immobilienkauffrau abgeschlagen fühlte, wurde eine Blutentnahme veranlasst und sie zum Röntgen in die nahe gelegene Klinik geschickt. „Von da an wurde die gesamte Maschinerie mit Computertomographie und Bronchoskopie in Gang gesetzt“, sagt sie. 

Als Karin Walter-Helm im Dezember 2010 die Diagnose „nicht-kleinzelliges Bronchialkarzinom re OL und Adenokarzinom der Lunge“ erhält, kommt das einem Todesurteil gleich: „Der Arzt der Facharztpraxis sprach von einem etwa vier Zentimeter großen bösartigen Tumor, den er für inoperabel hielt.“ Nach der Meinung des Lungenarztes sei der Tumor bereits zu groß und ungünstig platziert, um ihn operativ entfernen zu können. Es blieb nur die einzig mögliche Behandlung in Form einer Chemotherapie, für die schnellstmöglich eine onkologische Praxis gefunden werden musste. „In der Zwischenzeit wurde ich bei einem Professor der Uniklinik vorstellig, einem bekannten Thoraxchirurgen, der sich die Befunde und die CD der computertomographischen Aufnahmen angesehen hat. Er sagte zu mir, dass man operieren könne, wenn der Tumor schrumpft. Dies könne mit einer entsprechenden Chemotherapie möglicherweise erreicht werden.“ Für Karin Walter-Helm, ihren Mann und ihre Tochter war diese Aussicht wie ein Strohhalm, an den sie sich klammerten. Innerhalb eines halben Jahres musste die Patientin zehn Chemotherapien über sich ergehen lassen, bevor die Wende kam: Die Ärzte beschlossen zu operieren, nachdem der Tumor durch die Chemo auf Kirschkerngröße geschrumpft war. 

Bei der damaligen Operation konnten alle Krebszellen entfernt werden. „Ich muss keine Medikamente mehr nehmen und fühle mich pudelwohl“, sagt die lebenslustige Frau. Dennoch bleibt ein mulmiges Gefühl in der Magengegend, wenn sie an die Kontrolluntersuchungen denkt, die alle vier Monate anstehen: „Man kann nie zu 100 Prozent sicher sein.“ In ihrem Buch geht die Autorin auch darauf ein, dass sie durch diese Krankheit viele Dinge mit anderen Augen gesehen und ein Gefühl von Demut bekommen habe. „Es lohnt sich zu kämpfen und stark zu sein“, beschreibt sie es. Dank der uneingeschränkten Unterstützung von Familie und Freunden, die immer hinter ihr gestanden sind. nb

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