"Die Nachfrage ist groß"

Seit Mai bietet Bio-Landwirt Michael Friedinger in Zusammenarbeit mit Slow-Food Genussscheine für seinen Betrieb an. Foto: Polster

„Städter und Bauern“ ist ein Projekt von Slow-Food. Der Verein hat sich als Gegenbewegung zum Fast-Food zum Ziel gesetzt, bewusstes Essen und regionale Produkte zu fördern. Dafür konnte unter anderem Michael Friedinger aus Farchach gewonnen werden. Seit Mai bietet der Bio-Landwirt in Zusammenarbeit mit Slow-Food Genussscheine für seinen Betrieb an.

„Die Nachfrage ist groß“, erklärt Friedinger. Insgesamt betreuen Michael und Elke Friedinger 28 Hektar landwirtschaftliche Fläche und sechs Hektar Wald. Zum Betrieb, dem eine biologisch-dynamische Bewirtschaftung nach Demeter-Grundsätzen zugrunde liegt, gehören 20 Milchkühe mit Nachzucht und 150 Legehennen. Aufgrund permanenter Eierknappheit haben die Friedingers nun beschlossen, den Bestand auf 600 Legehennen aufzustocken. Die Kosten für den Umbau des des Hühnerstalls mit ausreichend Auslaufflächen liegen bei rund 60.000 Euro. „Mit den geplanten 600 Legehennen bleiben wir weit unter der für Bio- und Dementer-Eier erlaubten Größe von 3.000 Hennen pro Stall“, erklärt Michael Friedinger. Außerdem soll im nächsten Jahr der Kuhstall erweitert und modernisiert werden. Die Finanzierung der neuen Anlagen auf dem Bio-Hof soll weitgehend über eine Bürgerbeteiligung erfolgen. „Wir wurden auf die Organisation Slow-Food aufmerksam, die das Projekt Städter und Bauern ins Leben gerufen hat. Das hat uns sofort gefallen.“ Das Prinzip des so genannten Genussrechtes ist, einen bestimmten Kundenkreis an der Betriebsentwicklung teilhaben zu lassen, ohne dass komplizierte Rechtskonstruktionen dagegen stehen. Möglich seien Genussrechte ab einer Höhe von 500 Euro, erläutert Friedinger. Als Rendite erfolgt eine jährliche Verzinsung von vier Prozent als Naturalzins. „Das können Eier sein aber auch andere Produkte unseres Hofes. Soll die Einlage ausbezahlt werden, beträgt der Zinssatz drei Prozent. Maximal haftet der Anleger mit seiner Einlage. Genussrechte können aber auch an andere verkauft werden.“ Der Genussvertrag wurde unter Mitarbeit eines auf diesem Gebiet erfahrenen Rechtsanwaltes ausgearbeitet, betont Friedinger. Seit Anfang Mai laden Elke und Michael Friedinger auf ihren Hof zu diversen Infoveranstaltungen ein. Da das Interesse groß ist, jedoch eine individuelle Beratung erfolgen soll, ist eine Anmeldung erforderlich. Es sollten nicht mehr als 20 Teilnehmer sein. Es findet außer der Info zu den Genussscheinen eine Hofbesichtung statt. Nähere Informationen, unter anderem zu den Infoveranstaltungen, gibt es auf Anfrage unter der Mail-Adresse michael.friedinger@t-online.de.

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