Neues aus dem Starnberger Amtsgericht

Diebesserie in Gilchinger Praxis bleibt unaufgeklärt

Auch vor dem Starnberger Amtsgericht konnte nicht geklärt werden, wer eine Unmenge an medizinischen Artikel aus der Praxis einer Gilchinger Heilpraktikerin entwendete.
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Auch vor dem Starnberger Amtsgericht konnte nicht geklärt werden, wer eine Unmenge an medizinischen Artikel aus der Praxis einer Gilchinger Heilpraktikerin entwendete.

Gilching - Ein unaufgeklärter Diebstahl beschäftigte dieser Tage das Starnberger Amtsgericht. Wer entwendete diverse medizinische Artikel, die im Laufe des Jahre 2019 aus einer Gilchinger Naturheilpraxis verschwanden? Eine Frage, die sich im Laufe des jetzt gegen eine gelernte Krankenschwester (68) angestrengten Prozesses nicht aufklären ließ. 

Hilflos musste eine Gilchinger Heilpraktikerin (58) miterleben, wie immer wieder Material aus ihren Praxisräumen verschwand. Tupfer und Infusionssets waren ebenso betroffen wie diverse Injektionsspritzen. Der verschwundene Materialwert beläuft sich auf etwa 4000 Euro. Um dem Dieb auf die Schliche zu kommen, installierte sie sogar eine Überwachungskamera in ihrer Praxis. 

Zum Höhepunkt des Materialschwundes lösten sich über ein Septemberwochende ganze 30 Stangen Ascorbinsäure (Vitamin C- Infusion) in Luft auf. Zwar fiel der Verdacht zunächst auf die mit dem Auffüllen der Regale betraute Krankenschwester - die 68-Jährie bestritt allerdings den Anklagevorwurf. Im Sitzungssaal erklärte die Angeklagte: „Jeder von den Angestellten war an dem Vorratsschrank und hat Sachen rausgenommen.“ Im Zuge einer Hausdurchsuchen wurde zwar das eine oder andere Praxisutensil im Anwesen der Angeklagten aufgefunden, doch auch das erklärte die 68-Jährige vor Gericht plausibel: „Wir durften Sachen mitnehmen, sollten das aber in einer Karteikarte vermerken. Das sollte dann abgerechnet werden.“.

Unmittelbar nach der Hausdurchsuchung wurde die vermeintliche Diebin dennoch von ihrer Chefin gekündigt. Schweren Herzens, denn die Angeklagte sei eine außerordentlich gute Mitarbeiterin gewesen. „Sie war meine beste Angestellten. Sie war sehr gewissenhaft“, so die Heilpraktikerin. Zu Zweifeln an der Schuld der Angeklagten trug nicht zuletzt die Aussage einer weiteren Angestellten bei, die die Praxisabläufe als wenig strukturiert beschrieb: „Es war nicht einfach.“ Zu einem Urteil konnte und wollte Richterin Karin Beuting sich nicht durchringen und bekannte: „Ich bin unentschlossen und weiß nicht so recht.“

Der Prozess endete mit einer Verfahrenseinstellung samt Zahlung einer 1000 Euro teuren Geldauflage an die gemeinnützige Vereinigung Herzenswünsche. Der Rechtsanwalt hätte seine bisher unbescholtene Mandantin lieber mit einem Freispruch erlöst und machte seinem Unmut nach Verfahrensende Luft: „Ein Ergebnis mit Schmerzen.“

Nilda Frangos

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