Diesfeld im Amt bestätigt

Auf ein erfolgreiches Jahr konnte der Vorsitzende der Bürgerinitiative (BI) „Pro Umfahrung - Contra Amtstunnel“, Professor Hans Jochen Diesfeld bei der Jahresversammlung blicken. Die „größte Bürgerbewegung im Landkreis“ zählt aktuell 2420 Mitglieder.

Der Zuwachs um 48 Prozent seit der Gründung der BI im Jahre 2005 ist zum einen dem Mitglied Willi Illguth zu verdanken, der unermüdlich Bürger anspricht, über die Folgen des B2-Entlastungstunnels aufklärt und für die Ziele der BI wirbt. Zum anderen nimmt laut Diesfeld generell die Sensibilität der Starnberger gegenüber dem Verkehrsproblem der Stadt zu. Weil „es kaum ein kommunales Problem gibt, bei dem nicht mittelbar oder unmittelbar auch die Verkehrsproblematik im Wege steht“, hatten sich die Mitglieder der BI im vergangenen Jahr an verschiedenen Bürgerforen der Stadt zur Stadtentwicklungsplanung beteiligt. Diesfeld kritisierte, dass dabei systematisch der Verkehr immer ausgeklammert sei. „Es wird kategorisch abgelehnt, dem Stadtentwicklungsplan einen Verkehrsentwicklungsplan vor zu schalten, der sich mit der verkehrlichen Realität auseinandersetzt“, wetterte der BI-Vorsitzende. Solange ein solch übergeordneter Verkehrsplan aber nicht vorliege, sei „jegliches Stadt-Entwicklungs-Konzept Makkulatur“. In unverantwortlicher Weise verhindere die Stadt einen „Plan B“ als Vorsorgeplanung sowie die Überprüfung einer obsoleten und längst überholten Planung. Als „vordringlichstes Ziel“ nannte Diesfeld deswegen, die B2-Umfahrung so vorzubereiten, dass eine Planungs- und Entscheidungsgrundlage vorliege, falls der genehmigte B2-Tunnel nicht gebaut werden kann. Was die BI ohnehin so kommen sieht. Diesfeld führte als Beweis die Etatkürzungen des Bundeshaushalts auf, das Missverhältnis von Kosten und Nutzen des Tunnels bei weiterer Kostensteigerung sowie die anstehende Entscheidung über die Winter-Olympiade 2018 in Garmisch-Partenkirchen. Bei einem Zuschlag wird laut Diesfeld die Dringlichkeit der Straßenbauvorhaben neu bewertet - anhand der Kosten/Nutzen-Berechnungen der einzelnen Projekte. „Das wird für oder gegen den B2-Tunnel eine wichtige Entscheidung spielen“, erklärte der BI-Vorsitzende und verwies auf eine Aussage des Sprechers des Bundesverkehrsministeriums, der dies in einem Interview mit dem Münchner Merkur bestätigt hatte. Im übrigen lasse auch der Entwurf der Dringlichkeitsliste der Bayerischen Obersten Baubehörde zum Ausbauplan der Bayerischen Staats nichts Gutes erwarten. „Demnach kann vor 2020 nicht mit dem Umbau des Maxhofknotens gerechnet werden, von der Westtangente ist keine Rede, weil sie angeblich aus einem anderen Topf bezahlt würde“, so Diesfeld. Als „ignorante Starnberger Art, wie man mit Bürgerbeteiligung umgeht“, bezeichnete der BI-Vorsitzende das Vorgehen der Stadtspitze bei der Behandlung des Bürgerantrags von Willi Illguth im Stadtrat. Der aus der Bürgerversammlung hervorgegangene Antrag sei von der Stadtverwaltung im Kern gravierend entstellt worden. Weil für die BI die „Führung der B2 als Umfahrung alternativlos ist, wenn sich Starnberg zukunftsfähig entwickeln soll “, appellierte Diesfeld diese Ziele zu unterstützen und im Hinblick auf die Kommunalwahl 2014 rechtzeitig den kommunalpolitischen Arm der BI, die „Wählergemeinschaft Pro Starnberg (WPS)“ zu stärken. „Damit wir in der nächsten Legislaturperiode ausreichend Mandatsträger haben, die eine zukunftsfähige Stadtentwicklung auf Basis eines tragfähigen Verkehrskonzeptes durchsetzen können und den überalteten Planfeststellungsbeschluss rückgängig machen und durch einen zukunftsfähigen Umfahrungsplan ersetzen“. Außerdem überlegt die BI mehr Druck auszuüben, um auch übergeordnete Behörden auf die Starnberger Situation aufmerksam zu machen. Angedacht sind hier Demonstrationen gegen den Tunnelbau. Der BI-Vorstand kann wohl mit großen Teilnehmerzahlen rechnen. Auf der Jahresversammlung gingen jedenfalls alle Hände hoch, als Diesfeld nach der Beteiligung fragte. Bei der anschließenden Wahl wurde Professor Hans Jochen Diesfeld in seinem Amt als Vorsitzender bestätigt. Ihm zur Seite steht auch weiterhin Klaus Ferstl als Stellvertreter sowie als Schatzmeister Carl Peter Altwickler. Neu als Schriftführer wurde Helmut Kröniger gewählt. Beiräte sind Prof. Helmut Bomhard, Willi Illguth, Benno Gantner, Klaus Huber, Thomas Ledergerber, Diethelm Klingbeil, Helmut Hebeisen, Margit Remke, Klaus Rieskamp, Georg Stahl, Franz Sussner und Elisabeth Wörsching.

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