Wegen Corona ins Netz verlagert

Digitale Gedenkfeier zum Todesmarsch durch Starnberg

Gedenken im Netz: (v.l.) Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Kantor Nikola David, Rainer Hange und Isabella Schacht
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Gedenken im Netz: (v.l.) Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Kantor Nikola David, Rainer Hange und Isabella Schacht

Starnberg - Seit Sonntag ist auf der Homepage der evangelischen Kirche Starnberg unter www.evangelisch-starnberg.de die digitale Gedenkfeier unter dem Link unten links "neueste Ereignisse Todesmarsch der Dachauer Häftlinge" zu sehen. Die Gedenkveranstaltung musste aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt und ins Netz verlegt werden.

Zu Beginn hat der jüdische Kantor Nikola David den Psalm 26 Shomreni El gesungen, danach eröffnete Rainer Hange die Gedenkfeier mit seiner Rede zum Todesmarsch durch Starnberg. Seit 2012 organisiert Hange jährlich die Feier sowie den Marsch zum Mahnmal. Stets endet Hange mit einem Appell an die Bürger und besonders an die jüngere Generation, diese schreckliche Zeit niemals zu vergessen und dafür einzutreten, dass so etwas nie wieder vorkommt.

Im Anschluss sprach die Gymnasiastin Isabella Schacht von der Q11 fast zehn Minuten lang über den eindrucksvollen Besuch des Zeitzeugen Abba Noar kürzlich im Gymnasium Starnberg und berichtete weiter über seine schrecklichen Erlebnisse unter anderem in Kaufering und Utting sowie auf dem Todesmarsch Ende 1945. Die ehemalige Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, FDP-Kreisrätin und Antisemitismusbeauftragte in NRW sprach über die Ereignisse von damals und setzte sie politisch in die heutige Zeit um mit dem Rechtsextremismus, Antisemitismus, der AfD und den gestiegenen Fällen von Menschenrechtsverletzungen und rechter Gewalt auseinander. Darauf folgte wieder ein Gesangsstück von Nikola David mit dem Kadisch, dem Heiligungs/Totengebet. Am Ende sprach Stadtpfarrer Dr. Stefan Koch auch über die Kirche in der NS-Zeit und der Zusammenarbeit aller Länder in der Welt zum Friedenserhalt und setzte mit einem Gebet den Schlusspunkt. Sabine Leutheusser-Schnarrenberger hofft, im nächsten Jahr wieder ein Gedenken am Mahnmal veranstalten zu können.

kb

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