Elektromobilität

eMobilität fristet weiter Spartendasein

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Starnberg – eAutos sind ja schön und gut, heißt es immer wieder hinter vorgehaltener Hand. Aber die sind teuer und bleiben gerne mal wegen einer leeren Batterie im Nirwana stehen. Ob er denn keine Angst davor habe?

„Hier gibt es jeden Meter eine Tankmöglichkeit“, beantwortete der Mann mit dem zum Alltagstauglichsten gekürten E-Mobil am Samstag die mit Vorurteilen behaftete Frage. Dabei verwies er auf die Steckdosen und somit potentiellen Energiespender in den angrenzenden Häusern rund um den Kirchplatz. 

Der Besitzer des Siegerautos, Heinz Rabe, fährt seit mehr als fünf Jahren ausschließlich elektrisch. Im Rahmen der dritten E-Mobilfahrt Deutschlands (eRuda) stellte er eines von 25 eFahrzeugen für die freiwillige Sonderprüfung für Alltagstauglichkeit zur Verfügung. Die Prüfung übernahm die Initiative E-STArt am E-Mobilitätstag des Veranstalters Wunjoo. Dabei vergab Landkreis-Verkehrsmanagerin Susanne Münster die Noten in Sachen Bedienerfreundlichkeit. Zum Beispiel wie der Laderaum gestaltet ist oder wie sich die Sitze verstellen lassen. Zwei Mitarbeiter der KFZ-Innung München-Oberbayern und eMobil-Fachmann Erik Manthey prüften Technisches wie Reichweite, Ladegeschwindigkeit, Energieeffizienz oder die Sicherheit der Insassen.

Die Nase vorne hatte dabei der BMW i3. Sowohl als Plug-in-Hybrid (mit zusätzlichem Verbrennungsmotor), wie rein elektrisch. Rabe ist überzeugter E-Mobil-Fahrer. Stehen geblieben ist der Puchheimer zumindest mit dem BMW nie. Weder auf dem 15 Kilometer lange Strecke zur Arbeit, noch auf Ausflügen über Deutschlands Grenzen. Die Antwort auf „Warum elektrisch?“ ist kurz und bündig: die eAutos sind leise, stinken nicht und machen Spaß. Michael Bärs Renault Zoe schaffte den zweiten Platz. Sein Auto hatte ihn schon sicher nach Nizza gebracht. Ladesäulen auf der Route gäbe es reichlich. Allerdings ist dabei ohne Frage der Weg das Ziel, denn vor allem beim „Tanken“ müsse man eine gute Stunde Zeit mitbringen. Mit einer Schnellladesäule die Hälfte. 

Markus Dippola errang mit seinem Hybridfahrzeug Opel Ampera den zweiten Platz. Angereist aus Oberfranken kam er ohne Unterstützung des Verbrennermotors. Wenn keine Tanksäule in Sicht sei, müsse man eben die Reichweite erhöhen. Mit dem Gaspedal. So kam er mit vier Mal Zwischenladen 260 Kilometer weit. Die Reichweite der Wettbewerbs-Teilnehmer lag im Schnitt bei 150 Kilometern. Mit Heizung, Klimaanlage oder Licht verringert sich die Strecke entsprechend – und Raser müssen sich öfter mal an der Ladesäule in Geduld üben. In Sachen Alltagstauglichkeit erreichte bei den Plug-in-Hybrid-Fahrzeugen ein Mitsubishi Outlander den dritten Platz. Dicht gefolgt vom Opel Ampera auf Platz zwei und dem Sieger BMW i3. Jener punktete durch den Range-Extender, eine hohe Reichweite und das „superschnelle Laden“. Angesichts Bedienerfreundlichkeit stach er zum Beispiel mit dem gut verstaubaren Ladekabel heraus und der ebenen Einladefläche über die Heckklappe. Der rein elektrisch angetriebene BMW i3 überzeugte zusätzlich mit der besten Beschleunigung und errang den ersten Platz der Elektroautos. Auf Platz zwei schaffte es ein Renault Zoe und Nummer drei wurde ein Nissan Leaf. Als einziges Motorrad stellte sich der ZERO SR dem Test. Allerdings hatte das eMotorrad mit den Stunts des belgischen Champions Julien Rousselle bereits im Vorfeld viel Aufmerksamkeit von den Besuchern erhalten.

Der Obermeister der KfZ Innung, Hans Medele, stellt beim Verkauf der Elektroautos einen Stillstand fest. Nach wie vor sei das ein Liebhabermarkt. Der stellvertretende Landrat Georg Scheitz reiste mit dem BMW i3 an. Seine Erfahrung ist es, dass die Fahrzeuge im Alltag taugten. 

Leider hatten es nicht alle 150 bis 160 „ePiloten“ nach Starnberg zur Messe geschafft, bedauerte Münster bei der anschließenden Preisverleihung. Die Teilnehmer der Langstreckenfahrt eRuda-Challenge steckten fest. Nicht, weil ihnen der Strom ausgegangen war, sondern wegen einem ganz banalen Stau. Michèle Kirner

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