Bei Ebay verticktes Klapprad angeblich nicht an den Käufer ausgeliefert

„Mit dem hatte ich schon öfters ein Fiasko erlebt“

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Aus dem Gericht: Bei Ebay verticktes Klapprad angeblich nicht an den Käufer ausgeliefert.

Wörthsee – Um ein sogenanntes Vintage-Klapprad drehte sich am Starnberger Amts-gericht ein Strafverfahren wegen Betruges: Der frühere Betreiber eines Trödel- und Second-Hand-Ladens in Wörthsee war auf der Anklagebank gelandet, weil er im Juli 2016 angeblich ein von ihm per Ebay angebotenes Klapprad der Marke „Carrera“ im Wert von 61 Euro inklusive Versandkosten nicht an den Kunden ausgeliefert hatte, obwohl das Rad bezahlt war.

Der mittlerweile in Sonthofen lebende 52-Jährige war sich indes keiner Schuld bewusst: „Das Rad wurde von mir zerlegt, in einen Karton gepackt und mit einem Paketdienst verschickt“, erklärte er Richterin Christine Conrad. Bei dem betreffenden Käufer, der Strafanzeige erstattet hatte, handele es sich um einen der ganz wenigen Kunden, „die einen nur verarschen wollen“,mutmaßte der gelernte Restaurantfachmann. Alte Radl aus seinem Laden, meist aus Haushaltsauflösungen oder Flohmarktbeständen stammend, habe er auch immer wieder mal per Ebay verkauft, so der gebürtige Münchner – problemlos, wie er betonte. 

„Mit dem hatte ich schon öfters ein Fiasko erlebt.“

Sein Anwalt führte zur Untermauerung des Gesagten eine Liste mit knapp 800 zufriedenen Kunden-Bewertungen an. Ein früherer Nachbar des Beschuldigten bestätigte entlastender Weise im Zeugenstand, dass es das Klapprad tatsächlich gegeben hatte: „Ich erkenne es wieder, das ist definitiv im Laden rumgestanden“, so der heute in Breitbrunn lebende Mann, der dem Sonthofener bis zur Aufgabe des Ladens im August 2016 hin und wieder beim Verpacken von Internet-Ware zur Hand gegangen war. Warum das versandte Klapprad damals nicht beim (nicht zur Fortsetzungs-verhandlung erschienenen) Käufer eingetroffen war, vermochte der Angeklagte sich nur mit der schon öfters beklagten Schlamperei des besagten Paketdienstes zu erklären: „Mit dem hatte ich schon öfters ein Fiasko erlebt.“ 

Freispruch

Der Staatsanwalt sah den Nachweis des vorsätzlichen Betruges bei dem Sonthofener trotz dessen vier Vorstrafen wegen Betruges (allerdings nie im Bereich Ebay-Verkäufe) weder in subjektiver, noch in objektiver Weise als erwiesen an und plädierte auf Freispruch: „Ich habe mit dem Paketdienst selber schlechte Erfahrungen gemacht“, so der Anklagevertreter. Die Verteidigung schätzte das mit dem fehlenden Tatnachweis genauso ein, und das Gericht schloss sich dieser Bewertung ebenfalls an. Christine Conrad abschließend zum Freigesprochenen: „Grundsätzlich ist die Justiz immer misstrauisch, wenn einer im Internet-Handel sagt, er habe die Ware verschickt – Ihnen aber glaube ich.“

Von mps

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