Echtes Dorfleben wie anno dazumal: Weßlinger Markt feiert Jubiläum

Frische und regionale Ware - seit 22 Jahren

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Michael Fuska, Taner Coskun, Thomas Cornelius, Hakan Tagal, Tamam Zer Akot, Bürgermeister Michael Muther und Sieglinde Wastian freuen sich über 22 Jahre Markttag.

Weßling – „Über Aldi weiß ich nix.“ Elfriede Follner steht am Mittwoch am Stand von Sieglinde Wastian und füllt allerlei Leckereien in ihren Einkaufswagen. Sie ist erklärte Gegnerin des Discounters und treue Marktkundin, seit dieser vor 22 Jahren jeden Mittwoch im Ortskern ist.

Der Wind pfeift um die Ecken und die Sonne hat höchstens ab und an ein paar wärmende Strahlen für die Marktbesucher übrig. Aber das hält scheinbar niemanden davon ab, mit dem Rad, zu Fuß oder dem Auto einen kurzen Abstecher dorthin zu machen. Alleine schon, um bekannte Gesichter zu sehen. Wie die beiden Damen, die einander kurz nach Mittag am Feinkoststand entdecken und nach einem erfreuten „Du auch da?“ den restlichen Einkauf gemeinsam erledigen: Erdbeermarmelade vom Wastian-Hof, ein herzhaftes Stück Käse am Stand von Tamam Zer Akot, feine Köstlichkeiten vom Feinkost Taner Coskun, Zucchini und Granatäpfel bei Tagal Hakan und in der Metzgerei von Thomas Cornelius eine Lammwurst. Später vielleicht noch einen Döner. Zum Einpacken der regionalen Wertkost bekommt jeder Kunde heute eine grüne Stofftasche geschenkt. Wastian war neben dem Honigstand von Helmut Schneider, der vor vier Jahren mit knapp 90 Jahren seine Imkerei und damit den Honigstand aufgab, Frau der ersten Stunde.

Eine gute Entscheidung  

Die Idee eines Marktes stammt von der Orts-SPD, woraufhin der damalige Vize-Bürgermeister, Otto Kriwitz, die Landwirtin fragte, ob sie sich einen Stand vorstellen könnte. „Wir befanden uns mitten im Hausbau und eigentlich hatte ich gar keine Zeit“, haderte die Oberpfaffenhofenerin damals – und entschied sich dann doch dafür. Eine gute Entscheidung, sagt sie. Am 28. September 1995 karrte sie Eier, Milchprodukte, Kartoffeln und Mehl an, baute einen Pavillon auf und breitete ihr Sortiment auf einem Tapeziertisch aus. Etwas komfortabler war dann später die Auslage im Anhänger und seit 2001 bedient sie ihre Kundschaft aus einem festen Wagen heraus. Obst und Gemüse gab es damals wie heute. Auch Fisch und Fleisch oder Feinkost. Ansonsten wechselten die Aussteller. Lang gab es einen Drittweltladen, kurz einen Blumenstand und einen mit selbstgemachten Nudeln, erinnert sich Wastian, während sie für Jürgen Welker drei Stück selbstgebackene Kuchen einpackt. Die Kaffeepause: „Die Woche ist gerettet“, freut sich der Weßlinger. Die Markttreiber freuen sich über die netten Kunden und guten Umsatz. Nur der Stand mit Käse- und Wurstwaren klagt trotz „handgereifter Käsesorten und Wurst zu günstigen Preisen“ über zu wenig Absatz. Es herrscht ein reges Kommen und Gehen.

Hier findet noch echtes Dorfleben wie anno dazumal statt. Im Discounter sieht Wastian keine Konkurrenz. Schließlich sei hier alle Ware frisch und Regional voll im Trend. Der Markt ist jeden Mittwoch von 11 bis 17.30 Uhr.

Von Michele Kirner

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