"Ein Gewinn" für Starnberg

Die Wählergemeinschaft Pro Starnberg (WPS) steht für weniger Regelung und weniger Bürokratie – will transparente Finanzen und einen sparsameren Umgang mit Steuergeldern und Abgaben. Laut ihrem neuem Vorsitzenden Professor Günther Picker ist die WPS „ein Gewinn“ für Starnberg. Bei einem Pressegespräch führte er an, dass in die Lösung überfälliger Probleme wieder Bewegung gekommen sei. „Wir sind eine Bürgerbewegung sind überparteilich und immer zu vernünftigen Kompromissen bereit, ohne dabei unsere Ziele aus den Augen zu verlieren“, so Picker. Die Allianz mit der Bürgerliste Starnberg habe sich bewährt. „In Sachfragen gib es keinen Dissens.“

Angesichts des Starnberger „Endlosstaus“ auch für neue Führungsriege der WPS die Verkehrssituation höchste Priorität. Weil der Tunnel die Söckinger und Hanfelder Straße nicht entlasten könne, sei ein Ring aus Ost- und Westumfahrung nötig, sagte der WPS-Vorsitzende. Er befürchtet eine zusätzliche Verkehrsbelastung aus Norden, wenn die Umfahrung Ober-/Unterbrunn (geplante Fertigstellung 2011/2012) vor der Westtangente (Ziel: 2013) fertig sein sollte. „Vielleicht können wir dies noch beschleunigen“, so Picker. Außerdem forderte er den sofortigen Umbau der Kreuzung B2/Maxhof. Schon heute würden Maisinger Bürger deren Gefährlichkeit beklagen. Mit auf der Agenda der WPS steht auch die schnelle Abstufung der belasteten Staatsstraße zu städtischen Straßen. Im Oktober erwartet Picker die Ergebnisse der vom Stadtrat in Auftrag gegebenen Machbarkeitsstudie zur Osttangente. Für den stellvertretenden WPS-Vorsitzenden und Vorstandsmitglied der über 1.500 Mitglieder zählenden Bürgerinitiative „Pro Umfahrung – Contra Amtsstunnel,“ Helmut Kröniger, ist eine solche Umfahrung „die einzig bezahlbare Lösung zur Sicherung der Gesundheit der Bürger“. Hier sei schnelles Handeln angesagt. Schon heute überschreite der Verkehrslärm auf zu vielen Straßen die für gesundes Wohnen zulässigen Grenzwerte. „Die verkehrsbedingte zu hohe Feinstaubkonzentration in der Luft fördert Herz- und Lungenerkrankungen“, so der WPS-Vize. Auch die Stickoxidbelastung, die beim Verbrennungsprozess im Motor entstehe und neben tränenden Augen zu Atemwegserkrankungen wie Asthma führe, sei zu hoch. Für ihn ist es deshalb kein Wunder, dass sich gerade Anwohner stark belasteter Straßen dagegen schützen wollen. „Allein zur Lösung des Lärmproblems an der Hanfelder Straße wären sechs Meter hohe Lärmschutzwände notwendig“, so Kröniger. Diese Probleme mittels Bebauungsplänen in den Griff zu bekommen, nannte der WPS-Stellvertreter „einen untauglichen Versuch und Flickschusterei der Stadtverwaltung“. Mit ihnen könne der Interessenskonflikt zwischen Gesundheit der Anwohner und Stadtplanung nicht gelöst werden. Eine Verschluchtung nannte er eine „Katastrophe“. Seine Schlussfolgerung: „Der Ausweg heißt einzig und allein Umfahrung“, machte Kröniger unmissverständlich klar. WPS-Stadtrat Benno Gantner mahnte auch für Percha dringend eine Lösung an. Die Pläne der Munich International School nach Aufstockung der Schülerzahl sowie die Ansiedelung einer Biogas-Anlage werde Percha mit noch mehr Verkehr belasten. Picker unterstrich die Notwendigkeit eines Stadtentwicklungsplanes. „Nur wenn das Ganz stimmt, stimmt auch das Einzelne“, sagte der neue WPS-Vorsitzende. Bisher erschienen viele Projekte aber „mehr als Flickwerk, denn als Teil eines Gesamtkonzeptes“. Unabhängig davon strebt die WPS eine Verwaltung an, in der sich Bürger nicht als Störenfried oder Bittsteller empfinden. Dort, wo Bürger das Gefühl hätten, von der Stadtverwaltung unrechtmäßig behandelt worden zu sein, wolle die WPS als eine Art „Ombudsmann“ schlichtend eingreifen und über den Stadtrat dann notwendige Korrekturen herbeiführen. Die Bebauungspläne will die WPS reduzieren. Rund 200 Bebauungspläne „ohne Entwicklungskonzept“ seien zuviel und zudem viel zu teuer im Unterhalt. In Sachen Baumschutz will die WPS den Bürgern mehr Eigenverantwortung übertragen. Die Planungen für die Seeanbindung hält die WPS „überdimensioniert, nicht ziel führend und nicht finanzierbar“. Die „Kulisse Volkshochschule und Bayerischer Hof“ darf laut Picker nicht tangiert werden. Diese wertvollen Grundstücke dürfe die Stadt auch in Krisenzeiten nicht zur Finanzierung „monströser Projekte“ versilbern und von Bauträgern ausgeschlachtet werden. „Starnberg darf seine Identität nicht aufgeben“, sagte Picker abschließend.

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