Eine Erfolgsgeschichte in Bayern

Das schlagkräftige Team der gfw: (v.l.) Verena Papke, Christoph Winkelkötter und Christine Lipove. Fotos (3): Kuhn

Zehn Jahre gfw Starnberg ist eine Erfolgsgeschichte die in Bayern ihres gleichen sucht. „Andere Landkreise beneiden uns um die Gesellschaft zur Förderung der Wirtschafts- und Beschäftigungsentwicklung (gfw) im Landkreis Starnberg“, so Landrat Karl Roth. Beim Jubiläumsempfang vergangenen Mittwoch im „Roten Salon“ des DLR-Raumfahrtkontrollzentrums erzählte Christoph Winkelkötter was hinter der gfw steckt, wie alles angefangen hat und was es zur Erfolgsgeschichte gemacht hat.

Der gfw-Geschäftsführer begrüßte rund 140 Gäste aus Politik und Wirtschaft, darunter zahlreiche Unternehmer aus der Region, Bürgermeister, Gemeinderäte und vor allem die vier Gründungsväter der gfw: Heinrich Frey, Fritz David, Anton Hummer und Walter Essler. Ohne sie wäre die gfw undenkbar, so Winkelkötter, der seit Juli 2004 die Geschäftsführung übernommen hat. Mit der Regionalmanagerin Verena Papke und Christine Lipovec ist die gfw ein kleines aber schlagkräftiges Team, das in der Region gut angekommen ist. Dennoch gebe es noch viel zu tun, resümierte Winkelkötter. Insbesondere in Sachen Breitbandversorgung und interkommunaler Gewerbegebiete „müssen wir hart dranbleiben“. Durch das sehr gute Zusammenspiel mit den Unternehmen, Kommunen, Verbänden und Handelskammern habe man viel erreicht, lobte Winkelkötter und freut sich auf die nächsten zehn Jahre. Die geringe Arbeitslosenquote von 2,9 Prozent sage alles aus, so Roth. „Wir sind einer der stärksten und dynamischsten Standorte in Deutschland.“ Dennoch bleibe keine Zeit zum Ausruhen. Nun gelte es, den Fokus auf die Bestandspflege zu konzentrieren und an den Baustellen weiter zu arbeiten. Allen voran die Breitbandversorgung, der Sonderflughafen und die ÖPNV-Verbindung an die Gewerbegebiete. Tatkräftige Unterstützung erfährt die Arbeit der gfw auch durch den Unternehmerverband Wirtschaftsförderung Landkreis Starnberg (UWS). Vorstandvorsitzender Michael Padberg erinnerte sich genau, als es damals vor zehn Jahren hieß: „Brauchen wir die gfw überhaupt? Wir Unternehmen brauchen die gfw, denn für uns Unternehmer ist es ein Mehrwert, eine Arbeit die wir alleine nicht bewältigen können.“ Padberd sprach von einer win-win Situation für alle. Mittlerweile kann die UWS mit über 70 Mitgliedern als bedeutender Gesellschafter der gfw die gute Arbeit mit einer breiten Basis an Unternehmen unterstützen. Einen sehr engen Kontakt pflegt die gfw auch zum DLR Oberpfaffenhofen, dem größten Arbeitgeber im Landkreis Starnberg. Jutta Graf, Standortleiterin in Oberpfaffenhofen, nutzte am Abend die Gelegenheit, über die nationale und internationale Forschung des DLR zu informieren. „Trotz Wirtschaftskrise haben wir einen Zuwachs von zehn bis 15 Prozent zu verzeichnen“, betonte Graf. Allein am Standort Oberpfaffenhofen sind inzwischen 1.500 Mitarbeiter beschäftigt. Schwerpunkte des Forschungszentrum sind Weltraummissionen, Klimaforschung, Ausbau von Navigationssystemen und Robotertechnik. Die Liste der Forschungsprojekte ist lang, aktuell wird an den Vorbereitungen für Galileo gearbeitet, das neue Institut für Robotik und Mechatronik wurde ins Leben gerufen und auch das Höhenforschungsflugzeug „HALO“ ist in aller Munde. Mit einem Etat von 100 Millionen Euro ist das DLR ein wichtiger Impulsgeber für die Region. Eindrucksvoll dokumentierte Professor Gerd Hirzinger in Bildern und Zahlen das breite Spektrum an Technolgie. Bei dem Streifzug durch aktuelle Projekte sahen die Gäste Bilder des ersten Weltraumroboters, mit dem sich mühelos Weltraumschrott einfangen lässt. Diese neuen „soft-robotics“ werden in der Medizin, in der Raumfahrt wie auch in der Industrie eingesetzt. Am Ende zeigte der Direktor des Institutes für Robotik und Mechatronik einen äußert beweglichen Maschinenmensch, der mit seinen Roboterhänden problemlos zugeworfene Bälle fängt. Mit Bildern von dem DLR-Kunstherz, das mit dem europäischen Innovationspreisausgezeichnet wurde, endete sein Streifzug. „Die Reifeprüfung hat die gfw längst hinter sich“, lobte Johann Niggl und kam nochmals auf Standortfrage zu sprechen, deren Attraktivität im Wesentlichen von drei Faktoren abhängt. Cluster, Infrastruktur und Lebensqualität. Erst wenn sich mehrere Unternehmen in räumlicher Nähe zueinander befinden, deren Aktivitäten sich ergänzen oder miteinander verwandt sind, kann Wachstumspool entstehen, der auch Zulieferer und spezialisierte Dienstleister anzieht und Wettbewerbsvorteile für alle beteiligten Unternehmen schafft. Aber auch die entsprechende Infrastruktur, sprich kurze Wege, Breitbandversorgung, Flugverbindungen oder ÖPNV machen den Standort attraktiv. Bedeutend sind auch zunehmend weiche Faktoren wie Kinderbetreuungseinrichtungen. „Standorte stehen in massivem Wettbewerb“, sagte der Leiter Invest in Bavaria. Um den Standort attraktiv zu halten oder zu erweitern ist die gute Zusammenarbeit mit den Kommunen Voraussetzung. „Die Gemeinden müssen uns die Steine aus dem Weg rollen.“ Der attraktive Wirtschaftsstandort hat im Landkreis Starnberg hat auch seinen Preis, unterstrich Immobilienexperte Hartmut Bulwien in seinem Kurzritt durch den Immobilienmarkt. „Der teure Preis ist ein Zeichen der hohen wirtschaftlicher Stabilität.“

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