"Eine Herzensangelegenheit"

Das Starnberger Tierschutzzentrum hat einen neuen Vorstand

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Führungswechsel im Tierschutzverein: (V.l.) Angela Gablenz, Karin Endesfelder-Angerbauer, Holger Kurpa, die neue Vorsitzende Verena Louw und Iris Kapra.

Starnberg – Das Starnberger Tierschutzzentrum hat einen neuen Vorstand. Im Alpenvereinsheim wählten 65 Mitglider Verena Louw (39) an die Spitze des Vereins. Wie ihr Vorgänger, wird sich die neue „Chefin“ voraussichtlich mit einem jährlichen Verlust auseinandersetzen müssen – und einem Ehrenamt, das für sie „eine Herzensangelegenheit“ ist.

Vize-Vorsitzende Gabriele Brunke (51) trat nach 18 Jahren Vorstandsarbeit aus gesundheitlichen Gründen zurück. Auch Hans Thumann und Kassiererin Klara Schelle räumten ihr Amt für ein jüngeres Team. In der Jahresversammlung freute sich die 51-Jährige über die um 18 auf 1.500 angestiegene Mitgliederzahl. Ihre Treue hätten die Mitglieder spätestens 2016 bewiesen, als der Verein die zehn Euro Jahresbeiträge auf zehn Euro Monatsbeiträge umstellte. Damals hätten sie viel Zuspruch bekommen und kaum Austritte verzeichnet, resümierte Brunke. Die Beiträge seien eine wichtige Stütze für den kostenintensiven Betrieb des Heims wie „Medikamente, Futter und Tierarztrechnungen“. Schelle berichtete davon, dass sie 2018 „die steigenden Tierzahlen, viele kranke und alte Tiere und Investitionen“ vor große, finanzielle Herausforderungen gestellt habe. Etwa die von Brunke angesprochenen zwei „uralten Ölheizungen“, die ein Blockheizkraftwerk, eine Photovoltaikanlage und ein Pufferspeicher ersetzten. Auch das fertiggestellte Kaninchenfreigelände und das Igelquartier wollten bezahlt werden – und das neue Haus für das Kangal-Pärchen. 

Die Hütehunde hatte das Tierheim im vergangenen Herbst aufgenommen. „Wir hatten uns darauf eingestellt, den nicht ganz einfachen Hunden ein Gnadenbrot zu geben“, erinnerte sich Tierheimleiterin Christine Hermann – und dann stellte sich heraus, dass das Weibchen trächtig war. Die 13 überlebenden Welpen konnten „durch eine glückliche Fügung“ an Schäfer vermittelt werden, wo die Hirtenhunde fortan artgerecht untergebracht seien. 

Zu kämpfen habe der Verein mit der steigenden Zahl abgegebener Tiere. „Man schafft sich mal schnell einen Hund an“, so der Eindruck Hermanns. „Und fast wöchentlich steht bei uns jemand vor der Tür, der seinen Hund abgeben will.“ Mittlerweile versorgt das Heim 1.035 Tiere – mit Unterstützung zahlreicher Ehrenamtlichen, von denen heute viele gekommen waren. „Wildtiere können wir nicht mehr aufnehmen“, erklärte Hermann. Brunke bezifferte den Verlust für 2018 auf 85.000 Euro, also gut 30.000 Euro mehr als im Jahr zuvor. Sorgen bereitete der scheidenden Vize die rückläufigen Spenden. „Das liegt daran, dass die Spenden gleichbleiben, aber auf immer mehr Tierschutzorganisationen verteilt werden“, erklärte sie. Ein Lichtblick sei, dass im Regierungshaushalt in Zukunft etwas für Tierschutz eingestellt werde. Wie Thumann und Schelle versprach sie, sich auch weiterhin im Tierheim zu engagieren. 

Mit Louw bekommen die Starnberger eine Gautingerin zur Seite, die vor zwei Jahren zwei Mischlingshunde aus dem Tierheim holte und seither Feuer und Flamme für die Arbeit der Tierschützer ist. Entfacht auf der allerersten Fahrt ins Heim, um Hunde anzuschauen – aber alle auf Gassitour waren. 

Sie lobte die „tolle Arbeit des aktuellen Vorstands“, die sie fortführen wolle. Ihre Stellvertreter Karin Endesfelder-Angerbauer und Holger Kapra (bislang Beisitzer) sowie die alte und neue Schriftführerin Iris Kapra und Schatzmeisterin Angela Gablenz wurden ebenfalls einstimmig gewählt. Beisitzer sind Claudia Bläser, Alexander Ergül, Sabine Hauzenberger, Anja Heller, Caroline Jäger, Elisabeth Ganzer, Ute Schreyer-Hörauf und Christina Voegele – alle sind bereits in irgendeiner Form ehrenamtlich für das Tierheim tätig.

Von Michele Kirner

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