Erneut erfolgreiche Öko-Auditierung für das Andechser Bräustüberl

Für eine nachhaltige Gastlichkeit

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Freude über die Auditierung: (v.l.) Reiner Beer, Swaantje di Pietro und Philipp Poferl.

Andechs – Die Andechser Klostergaststätten GmbH hat im Frühjahr erneut die Öko-Auditierung nach den strengen EMAS-Richtlinien erhalten. EMAS steht für „Eco-Management Audit Scheme“ und ist eines der weltweit anspruchsvollsten System für nachhaltiges Umweltmanagement.

So konnte das Bräustüberl beispielsweise durch gezielte Investitionen seinen Wasserverbrauch seit 2013 um 35 Prozent senken. Und auch Plastiktüten gehören längst der Vergangenheit an. „Wir haben umgestellt auf Papiertüten sowie Pappbecher und -teller“, sagte Bräustüberl-Abteilungsleiterin Swaantje di Pietro bei einem Pressegespräch. „Das ist die weiterführende Konsequenz des Energiesparens.“ Das Bräustüberl gehört bundesweit nur zu einer kleinen Gruppe von 60 Gastronomiebetrieben, die dieses äußerst anspruchsvolle Umwelt-Audit erfolgreich absolviert haben (Quelle EMAS-Register). Zum Vergleich: Dem Statistik-Portal statista.com zufolge lag die Zahl der Gaststätten und Restaurants in Deutschland im Jahr 2015 bei rund 73.400 Betrieben. Im Rahmen des EMAS-Umweltaudits kamen seit Anfang des Jahres alle Produktions- und Umweltmanagementsprozesse im Bräustüberl wieder auf den Prüfstand. Über den erfolgreichen Abschluss des Audits freut sich der Leiter des Bräustüberls, Josef Eckl, besonders: „Für unsere Andechser Pilgergaststätte hat der Umweltschutz eine herausragende Bedeutung. Wer einen klösterlichen Betrieb führt, der muss auch mit Gottes Schöpfung an diesem Ort sorgsam umgehen und die natürlichen Ressourcen schonen. Ich bin sehr dankbar, dass unsere Mitarbeiter diesen Weg mit uns engagiert gehen.“ Und Reiner Beer, Auditor und Geschäftsführer der Intechnica, ein weltweit tätiges Unternehmen, das Zertifizierungen vornimmt, ergänzt: „Es spricht für das Andechser Bräustüberl, dass solch ein traditionsreiches mittelständisches Gastronomie-Unternehmen Nachhaltigkeit und Umweltschutz Schritt für Schritt in nachweisbaren Prozessen umsetzt. Das findet man bei einem Gastronomiebetrieb dieser Größenordnung selten.“ In den vergangenen Jahren hat das Bräustüberl gezielt investiert, um seine umweltschonenden Produktions- und Dienstleistungsprozesse - gemäß seiner eigenen Qualitätsphilosophie - weiter zu verfeinern. Beispielsweise konnte der Wasserverbrauch unter anderem durch die Optimierung der Spülmaschine von knapp 17.000 Kubikmeter im Jahr 2013 auf etwas über 11.000 Kubikmeter im Jahr 2016 reduziert werden. Das sind fast 6.000 Kubikmeter beziehungsweise knapp 35 Prozent weniger. Auch die Abfall-Bilanz hat sich an zahlreichen Punkten positiv entwickelt. So konnte der Abfall zur Verwertung (etwa vergleichbar dem häuslichen Restmüll) von 59,7 Tonnen (2013) um rund zwölf Prozent auf etwa 52,5 Tonnen (2016) reduziert werden. Der Anteil von Speisefett und Öl ging sogar noch stärker zurück: von 4,5 Tonnen (2013) auf 2,7 Tonnen (2016) - ein Minus von 40 Prozent. Grund für den starken Anstieg beim Fettfang (von 58.000 Liter in 2013 auf 148.000 Liter in 2016) ist der Umbau des Fettabscheiders. Das Fett erhält im deutlich vergrößterten Innenraum des Abscheiders mehr Zeit, um zu erkalten. So wird mehr Fett abgefangen, wodurch die Qualität des Abwassers steigt. Das Kloster Andechs ist auf eine intakte Umwelt angewiesen, sowohl als ältester Wallfahrtsort Bayerns als auch als Ausflugsziel für rund eine Million Besucher jährlich und als Produzent hochwertiger Lebensmittel. Ökonomisches und ökologisches Handeln sind daher für das kloster zwei Seiten einer Medaille. Wie alle Wirtschaftsbetriebe steht auch das Bräustüberl für ein nachhaltig ausgerichtetes Wirtschaften und eine kontinuierliche Verbesserung der Ökibilanz. Finanziell tragen die Wirtschaftsbetriebe das gesamte soziale und kulturelle Engagement des Klosters in München und Andechs. Diese Aktivitäten - von Bildungsarbeit über den Unterhalt der Stiftsbibliothek bis hin zur Obdachlosenhilfe in München - trägt das Kloster übrigens ohne Mittel aus der Kirchensteuer. Aus Sicht der gwt Starnberg kommt dem Kloster Andechs als EMA zertifizierten Betrieb in Sachen Nachhaltigkeit in jedem Fall auch eine Vorreiterrolle zu und ist damit der perfekte Partner für die gwt-Veranstaltungsreihe „Region / Wasser / Identität“. In deren Rahmen gibt es noch bis 31. August die Kooperation, jedem Gast der Tourist Information Starnberg und Herrsching ein Glas kühles Tafelwasser vom Kloster Andechs anzubieten, denn: viel trinken bei hohen Temperaturen ist der beste Ratschlag für den Sommer. Nach ersten Veranstaltungen wie der Würm-Expedition für kleine Forscherinnen und Forscher im Mai oder der Seeüberquerung mit Sommerfest neulich, geht die gwt Starnberg das Thema Wasser jetzt mal anders an: „Auch wenn wir hier in der Region beim Wort Wasser meist an Baden, Segeln und Schwimmen denken, spielt es in den unterschiedlichsten Facetten eine große Rolle“, erklärt gwt-Geschäftsführer Christoph Winkelkötter. „Wir sind stolz, dass wir in unserer Region sogar ein eigenes Tafelwasser anbieten können“, freut er sich, „der Segen ‚vom Heiligen Berg‘ macht das Ganze natürlich erst recht rund.“ Wer also bei der hochsommerlichen Hitze einen Schluck kühles Wasser braucht, wird den ganzen Monat über in den Tourist Informationen Starnberg und Herrsching versorgt. Zum Thema Nachhaltigkeit passt natürlich auch, dass das Tafelwasser nicht in Plastik-, sondern in Glasflaschen verkauft wird. Auch Martin Glaab, Pressesprecher der Klosterbrauerei, freut sich über die Zusammenarbeit: „Sie ist für uns eine sehr gute Möglichkeit, unser Tafelwasser in StarnbergAmmersee weiter zu verankern. Es ist von den vielen Festen, die wir ausstatten, nicht mehr wegzudenken – ebenso wie unsere anderen alkoholfreien Getränke Apfelschorle, Zitronenlimo und Colamix. Sie kommen gut an, sind aus der Region und wir erhalten viele positive Rückmeldungen. Wer sie auch zu Hause genießen möchte, erhält sie in der Expedition der Klosterbrauerei.“kb

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