Mit einer knappen Mehrheit

Der Durchstich der Petersbrunnerstraße rückt näher..... Foto: Jaksch

Der Öffnung der Petersbrunner- zur Münchner Straße für den Verkehr wird immer konkreter: Mit knapper Mehrheit von 7:6 Stimmen entschied sich der Starnberger Bauausschuss für einen entsprechenden Durchstich. Gleichzeitig will man ein zusammenhängendes Fuß- und Radwegenetz entwerfen und so bisherige Lücken im Gewerbegebiet schließen.

Bisher müssen Radfahrer im Gewerbegebiet Nord auf der Straße fahren - einen eigenen Weg für sie gibt es nicht. Das soll sich nun ändern. Denn mit der Fertigstellung des B2-Tunnels und der damit verbundenen Öffnung der Petersbrunnerstraße für den Verkehr erwartet man einen starken Strom von Radfahrern, die aus Percha zum Bahnhof Nord wollen. Sie sollen künftig sicher über die Petersbrunnerstraße - sie ist breiter als die parallel verlaufende Moosstraße - auf einem Radweg bis zur S-Bahn-Station fahren können. Allerdings kommt aus Platzgründen auch hier dann kein beidseitiger Geh- und Radweg in Frage. Denn nach der Öffnung der Petersbrunnerstraße müssen auf der einen Seite dringend Parkplätze gebaut werden - ansonsten hätten Mitarbeiter und Kunden der anliegenden Firmen keine Möglichkeit mehr, ihre Autos abzustellen. Weniger Parkplätze gibt es nach dem „Durchstich“ zur Münchener Straße ohnehin. Diese Aussichten waren für Günther Picker von der WPS (Wählergemeinschaft) alles andere als erbaulich. Er fürchtet, dass die geplante Öffnung der Petersbrunnerstraße mehr Verkehr anziehen wird - bis hin zur Hanfelderstraße. Außerdem kritisierte er, dass es bisher weder einen Stadtratsbeschluss gebe, die Petersbrunnerstraße zu öffnen noch eine Finanzierungszusage des Bundes für den Tunnel. „Es besteht die Gefahr, dass die Stadt beziehungsweise die Anlieger auf diesen Planungs- und Öffnungskosten sitzen bleiben und dadurch die Kosten für die Anlieger weit höher als bisher kalkuliert werden würden“, so Picker. Diese müssten damit rechnen, dass sie rund 1,5 Millionen Euro als Beitrag für den Straßenbau zu zahlen hätten. Auch die Anwohner der Moosstraße würden wohl mit einer vergleichbaren Summe zur Kasse gebeten, so Picker, der Bürgermeister Ferdinand Pfaffinger vorwarf, „sich zum Steigbügelhalter des Staatlichen Bauamtes machen zu lassen“. Deren einziges Interesse sei nur ein schnellerer Verkehrsfluss durch Starnberg. Eine Aufstufung beider Straßen sei trotz gegenteiliger Inaussichtsstellungsbeteuerungen des Bürgermeisters, seitens Bund und Land nicht geplant. „Das ist reine Augenwischerei“, kritsierte Picker. Unmöglich fand Picker das Verhalten des Starnberger Rathauschefs. Obwohl Pfaffinger bei der Stadtratssitzung Ende März die uneingeschränkte Herausgabe des Schriftverkehrs bezüglich der Petersbrunner Straße zugesagt hatte, habe er dies nicht eingehalten. „Er weigert sich beständig Unterlagen herauszugeben, die auch für die heutige Entscheidung von grundlegender Bedeutung sind, wie beispielsweise das Strategiegesprächspapier mit dem Chef der Obersten Baubehörde in München vom 12. Oktober 2010“, so Picker. Wie Bürgermeister Pfaffinger versicherte werden die Anlieger erst zur Kasse gebeten, wenn die Petersbrunnerstraße auch tatsächlich geöffnet wird. Bisher gibt es wohl noch Widerstand von einigen Anliegern. Der Rathauschef bekräftigte allerdings, die Maßnahmen für den Baubeginn des Tunnels voran zu treiben.

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