Aus dem Stadtrat: Eröffnung Wasserpark auf Ende Juni verschoben

Eklat beim Auftritt des Projektsteuerers

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Die Eröffnung des Wasserparks wurde nun auf Ende Juni verschoben.

Starnberg (mps) – Die Eröffnung des zum „Seebad“ umgebauten Wasserparks ist auf Ende Juni verschoben – für die abermalige Verzögerung sind Firmeninsolvenzen und lange Zeit unentdeckte Mängel verantwortlich. Die Kosten für die Sanierung des Wasserparks und die umstrittene Ufermauer erhöhen sich laut Projektsteuerer Jens Jedamzik im ungünstigsten Fall von 22,5 Mio. auf 22,8 Mio. Euro – damit wären die von einigen Stadträten befürchtete Kostenexplosion vermieden.

Der Stadtrat bekam am vergangenen Donnerstag erstmals die aktuellen Pläne für die Ufermauer zu Gesicht, was schon im Vorfeld für gewissen Unmut gesorgt hatte: Hier, so Sorge der Kritiker einer möglichen Kostenmehrung, werde womöglich unnötig Geld verschwendet. Bürgermeisterin Eva John hatte stets versichert, dass dem nicht so sei und es bei den im Haushalt angesetzten Gesamtkosten von 22,5 Mio. Euro bleiben werde. Als eine mit der Ufermauer beauftragte Fachfirma jedoch Bedenken zur dauerhaften Stabilität geäußert hatte, weil ein Fundament unter den geplanten Sitzstufen fehlte, musste – Stichwort „Gewährleistung“ - die Ur-Planung abgeändert werden: Aus anfänglich veranschlagten 150.000 Euro wurden so inzwischen 232.000 Euro. Im Stadtrat kam nun am Donnerstag der Vorwurf auf, die Ur-Planung sei „hingerotzt“ worden (Thomas Beigel, CSU), die Verwaltung habe Bedenken leichtfertig „vom Tisch gewischt“ (Franz Sengl, Grüne) und man sei generell viel zu spät über die Probleme in Kenntnis gesetzt worden (Franz Heidinger, BLS und Gerd Weger, CSU). Franz Heidinger und Toni Summer (BMS) baten um Prüfung von Schadensersatzmöglichkeiten wegen der offenkundig mangelhaften „Ur-Planung“ der Ufermauer. Bürgermeisterin Eva John mochte sich den Schuh von „Informationsversäumnissen“ nicht anziehen und entgegnete den Vorhaltungen, das Thema sei „mehrfach auf der Tagesordnung des Stadtrats gewesen, aber immer wieder verschoben worden“.

Stadträte fühlten sich angegriffen

Als Projektsteuerer Jedamzik sich bei der Sitzung am Donnerstag darüber beklagte, dass er „für 19 Uhr her bestellt“ worden sei, dann aber auf „TOP 8“ (Sachstandsbericht zum Wasserpark) dreieinhalb Stunden habe warten müssen, kam es zum Eklat mit anschließender Sitzungsunterbrechung: Etliche Stadträte fühlten sich von Jedamziks Äußerung, man möge „es mit friedlicher Co-Existenz versuchen“ statt ewig zu streiten, zu Unrecht angegriffen und verlangten wie Stefan Frey (CSU) eine Entschuldigung. 

Mit Murren akzeptiert

Nach der Unterbrechung konnte Jedamzik die Gemüter durch eine Äußerung des Bedauerns wieder beruhigen. Die frühere Kostensteigerung beim Wasserpark (von ursprünglich veranschlagten 18,56 Mio. Euro auf 22,5 Mio., also um 22 Prozent) erklärte der Projektsteuerer mit Änderungswünschen der Stadt (855.000 Euro), „nicht vorhersehbaren“ Problemen bei der Bausubstanz (rund 1 Mio.Euro), Honorar-Steigerungen (851.000 Euro) und „nachträglich eingeforderten“ bzw. im Ansatz „vergessenen“ Leistungen (593.000 Euro) – dies alles seien „Sowiesokosten“, so Jedamzik, die bei derartigen Projekten der öffentlichen Hand immer auftreten würden. Die Stadträte schienen diese Ansicht unter gewissem Murren zu akzeptieren, wollen die Wasserpark-Kosten allerdings im Rechnungsprüfungsausschuss noch genauer unter die Lupe nehmen.

Von mps

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