Das elfte Fünf Seen Filmfestival wartet wieder mit Superlativen auf

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Starnberg – Als Matthias Helwig zum ersten Mal im kleinen Fünfseenland Klassiker, Ausgefallenes und Premieren in einem Filmfestival vereinte, wurde er belächelt – und elf Jahre später stehen 180 Filme im Programm des Internationalen Fünf Seen Filmfestivals (FSFF).

Das seien „einige mehr als beim Münchner Festival“, verkündete der Festivalleiter beim Pressegespräch. Auf 17 Leinwänden sind vom 27. Juli bis zum 5. August besondere Filme und Dokumentationen zu sehen. Darunter elf Deutschland- und 18 Bayern-Premieren sowie mit „Das System Milch“ eine Uraufführung. Wer im Katalog blättert oder auf der Festival-Homepage stöbert, entdeckt auf Schätze wie „Half-Life in Fukushima“, der einen Blick in eine Geisterstadt nach der Tsunami-Katastrophe in Japan wirft. Oder auf „Tulpenfieber“, der einen Wirtschafts-Crash in einem anderen Jahrhundert dokumentiert und damit aktueller ist denn je – und auf „Das Sams“, der heitere zwei Stunden verspricht. Gezeigt werden Streifen aus den Partnerländern Südtirol, Indien und Taiwan – und aus Ungarn, dem diesjährigen Gastland. Von dort reist Ehrengast und Oscar-Preisträger István Szabó an. Ihm ist eine Werkschau gewidmet, in der unter anderen der mit der Goldenen Palme und einem Oscar ausgezeichnete Spielfilm „Mephisto“ ausgestrahlt wird und Werke wie „Taking Sides – Der Fall Furtwängler“ oder „Hinter der Tür“ mit Helen Mirren und Martina Gedeck so manches Klischee bezüglich ungarischer Filme ausräumt. Ebenfalls als Ehrengast und mit einer Werkschau im Landkreis ist Eva Mattes - eine Ausnahmeschauspielerin, die seit ihrer Kindheit auf der Bühne und vor der Kamera steht. Insgesamt 60 Filmemacher aus Deutschland und Europa sind beim elften FSFF vor Ort. Nicht nur Eva Mattes ist – etwa nach der Aufführung von „Deutschland, Bleiche Mutter“ oder „Stroszek“ – für die Zuschauer im Gespräch zum Greifen nah, sondern auch Stars wie Josef Bierbichler und Sibylle Canonica oder Simon Verhoeven (Willkommen bei den Hartmanns) beantworten Fragen, die vielleicht dem einen oder anderen schon lange auf der Zunge brennen. Diese Nähe zwischen Künstlern und Besuchern ist ein Erfolgsrezept des Festivals, die Vielfalt der Vorführungen ein anderes. Dabei ermöglicht die neue Spielstätte in Gauting mit ihren fünf Sälen 70 bis 80 zusätzliche Vorstellungen, freute sich der Helwig. Und die besondere Atmosphäre beim traditionellen Open-Air-Kino darf freilich auch diesen Sommer nicht fehlen. Neben Filmperlen erwarten die Besucher Konzerte, Diskussionen, Vorträge und Ausstellungen – und natürlich wieder Wettbewerbe wie der Fünf Seen Filmpreis, Perspektive Junges Kino, der Dokumentar- und der Horizonte-Filmpreis, der Publikumspreis sowie (ganz neu) der DACHS-Drehbuchpreis. In der hochkarätig besetzten Jury sitzen unter anderen Schauspielerin Michaela May, Filmjournalist Carlos Gerstenhauer oder Regisseurin Mirjam Unger. Wie immer werden die drei besten Kurzfilme des Festivals sowie der Short-Plus-Gewinner auf der Dampferfahrt am 1. August gezeigt und prämiert. Eröffnungsfilm in der Schlossberghalle ist diesmal das kanadische Drama „Maudie“. Ein Werk von Aisling Walsh, das mit Sally Hawkins und Ethan Hawke in den Hauptrollen einfühlsam das Leben der Malerin Maud Lewis nachstellt. Klar ist: Auch diesmal ist wieder für jeden Cineast etwas dabei. Das Programm und mehr Infos gibt‘s unter www.fsff.de. mk

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