Eltern müssen mehr zahlen

Luftbuchungen – nicht genommene Betreuungszeiten – dürfen nicht sein, weil sie Freistaat und Gemeinde unnötig Fördergelder kosten. Um sie zu vermeiden, fallen die Gebührenunterschiede in Zukunft höher aus. Foto: Hauck

Die Kindertagesstätten werden teurer. 130 Euro kostet die Betreuung in Zukunft im Monat bei einer Zeit von sieben Stunden täglich, anstatt bislang 118 Euro. Bei einem Krippenplatz sind es fünfzig Euro mehr, wenn man sein Kind neun Stunden unterbringen lassen will. Außerdem bekommen Eltern sind mehr so viel Geschwisterermäßigung.

Die Erhöhung der Kindergartengebühren nahm die Gemeinde allerdings nicht aus freien Stücken vor, sondern weil das Gesetz es so fordert. Hintergrund ist nämlich der, dass sich die einzelnen Buchungszeiten gebührenmäßig stärker unterscheiden sollen, um sogenannte Luftbuchungen zu verhindern. Was Luftbuchungen sind, erklärte Christian Reil von der Gemeinde: „Die Eltern buchen mehr Betreuungszeit, als sie tatsächlich brauchen, um besser mit dem Abholen jonglieren zu können.“ Das hat einen Haken, denn das wird für Gemeinde und Freistaat ungewollt teuer. „Es werden Zeiten finanziell gefördert, die nicht genommen werden“, sagte Reil. Derzeit sei die Schmerzgrenze bei den Gebühren nicht hoch genug – der Unterschied zwischen den einzelnen Zeiten liegt in Berg nur bei sechs Euro, der Freistaat empfiehlt aber zehn Euro (für Kindergärten). Die Erhöhung wurde in Absprache mit den Elternbeiräten getroffen. Da jedoch eine sofortige Erhöhung als zu drastisch erschien, wurde als Kompromiss ein Zwischenschritt vereinbart. Die erste Gebührenanpassung erfolgt im nöchsten Kindergartenjahr 2011/12, die zweite ein Jahr drauf. Auf die Kostenbremse trat die Gemeinde auch bei der Geschwisterermäßigung. Derzeit müssen die Eltern für das zweite Kind 50 Prozent weniger zahlen. Letztes Jahr entgingen der Gemeinde damit 25.000 Euro. Das war ihr zuviel Geld, die Räte beschlossen (gegen die Stimmen der QUH), nur noch eine Ermäßigung von 25 Prozent zu gewähren.

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