"Endlich geht es los"

Startschuss: Mit einem symbolischen Spatenstich am vergangenen Montag haben offiziell die Arbeiten zum barrierefreien Ausbau des S-Bahnhofes Possenhofen begonnen. „Endlich kann es los gehen“, freute sich Bürgermeister Rainer Schnitzler. Für Hans Peter Behrendsen vom Freistaat Bayern ist das auch dem Engagement des Rathauschefs zu verdanken: „Pöcking hat Glück gehabt“, konstatierte der Ministerialrat im Wirtschaftsministerium. Aus finanziellen Gründen können in Bayern längst nicht mehr alle geplanten Projekte zum Barrierefreien Ausbau umgesetzt werden.

Pöckings Rathauschef erinnerte noch einmal an die lange Planungszeit. „Es sind viele Jahre ins Land gegangen“, so Schnitzler. Bereits unter seinem Amts-Vorgänger Konrad Krabler hatte sich die Gemeinde Pöcking um die Aufnahme in das damals aufgelegte 200-Millionen-Deutsche Mark-Programm des Bundes beworben. Nachdem es im Jahr 2002 „dann mit der Machbarkeitsstudie“ los gegangen war, kam es Ende 2006 sogar zu einem Bürgerentscheid über das Wie des Ausbaus. Während die Bürgerbegehren-Initiatoren für Seitenbahnsteige plädierten, hatten sich die Kommunalpolitiker mehrheitlich für den Umbau der bestehenden Mittelbahnsteige entscheiden. Hintergrund: Die Regierung von Oberbayern wollte nur die kostengünstigste Variante zahlen – und Seitenbahnsteige wären teurer gekommen. Letztendlich scheiterte das Bürgerbegehren, weil das erforderliche Quorum für einen Bürgerentscheid nicht zustande kam. Der nun gestartete barrierefreie Umbau beinhaltet die Verlängerung des vorhandenen Mittelbahnsteigs auf eine Gesamtlänge von dann 246 Meter. Außerdem wird er 0,96 Meter hoch, um einen stufenfreien Einstieg in die S-Bahn zu ermöglichen – und wird mit einem so genannten Blindensystem ausgestattet. In den Boden gefräste Rillen erleichtern sehbehinderten Menschen, die einen Taststock nutzen, die Orientierung. Ebenfalls erneuert werden die Bahnsteigkanten und das Bahnsteig-Dach. Zudem installiert man eine neue Beleuchtungsanlage. Von der Straße aus können S-Bahn-Kunden in Zukunft mit Hilfe eines Aufzuges zum Mittelbahnsteig gelangen. Außerdem werden die Treppen zum Bahnsteig erneuert. Insgesamt werden über drei Millionen Euro aus Landesmitteln für den Umbau bereit gestellt. „Die Gemeinde legt noch etwas drauf und finanziert zusätzliche Maßnahmen“, so Bürgermeister Schnitzler. So wird es beispielsweise neben der Installation von Videokameras auch eine Einzäunung der Anlage geben. Damit will die Gemeinde das lebensgefährliche Queren der Gleise verhindern. Die Bauarbeiten erfolgen neben dem eigentlichen Bahnbetrieb, so zusagen „unter dem rollenden Rad“. Es kann daher teilweise zu Behinderungen für die Fahrgäste kommen. Voraussichtlich von Juli bis Oktober 2010 müssen die alte Treppe sowie die Bahnunterführung gesperrt werden. Während dieser Zeit gelangen Reisende über einen provisorischen Treppenturm über die Eisenbahnüberführung zum Gleis. Bis Ende des Jahres soll alles fertig sein.

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