Entscheidung ist gefallen

Starnberg – Die Verlängerung des B 2-Tunnels ist vom Tisch: Mit deutlicher Mehrheit hat sich der Stadtrat in seiner Weihnachtssitzung dafür entschieden, weder die Verlegung des Nord- noch des Südportals anzustreben. Hintergrund: Man befürchtet, durch die dann erneut notwendige Tektur des bereits baureifen Tunnels viel Zeit zu verlieren (fünf Jahre stehen im Raum) - und damit die Aufnahme des Projektes in den Investitionsplan des Bundes im Jahr 2010 zu gefährden. Außerdem wäre die Stadt um 20 Millionen Euro ärmer – der Bund weigert sich die rund 425 Meter „mehr“ Tunnel zu bezahlen.

Eigentlich hatte es vor der Kommunalwahl im März diesen Jahres noch so ausgesehen, als ob sich die meisten Fraktionen im Stadtrat doch für die Verlängerung des Tunnels aussprechen – notfalls sollte Starnberg das dafür nötige Geld selbst aus dem Stadtsäckel aufbringen, um so Verbesserungen für die Bürger zu erreichen. Sowohl Anlieger des Wohnviertels am Südportal als auch am Nordportal wünschen sich einen anderen Standort für den Tunnelmund und waren für dieses Ziel beim Besuch der SPD-Staatssekretärin Karin Roth im Sommer diesen Jahres sogar auf die Straße gegangen (wir berichteten). Diese hatte beim Anblick der Tunnelmünder der Stadt ihre Unterstützung bei der Änderung der Portale zugesagt. Doch das noch bevorstehende Gespräch von Bürgermeister Ferdinand Pfaffinger in Berlin wollten die meisten Stadträten nicht abwarten. Den meisten waren die Kosten, die von der Stadt aus eigener Tasche für einen verlängerten Tunnel zu zahlen wären, zu hoch – und der Zeitverlust zu groß. Mit 24:3 Stimmen wurde schließlich die Verlegung der Portale endgültig verworfen – und der Beschlussempfehlung der Rathausverwaltung gefolgt. Stadtbaumeister Stephan Weinl sieht keine Chance, dass der Bund das Starnberger Tunnelprojekt in seinen Investitionsrahmenplan aufnimmt- wenn die Planungen noch einmal beginnen müssten. Eine Verlängerung des B 2-Tunnles im Süden würde schätzungsweise mit fünf Millionen Euro Kosten zu Buche schlagen – die Verlegung des Portals im Norden mit rund 15 Millionen Euro. Die Bürgerinitiative „Pro Umfahrung - Contra Amtstunnel“ sieht sich hingegen nicht an die Entscheidung des Stadtrates gebunden und wird, wie sie in einer Pressemitteilung ankündigt, „nach wie vor mit allen legalen und politischen Mitteln für eine umfahrung und gegen den stadtzerstörenden Tunnel kämpfen“. So wird die BI mit den für Starnberg zuständigen Bundestags- und Landtagsabgeordneten weiterhin im Kontakt bleiben und in den Gesprächen die Sorgen und Nöte der betroffenen Starnberger Bürger vortragen. „Nach unserer Ansicht ist der planfestgestellte Tunnel sowohl unter städtebaulichen Gesichtspunkten als auch unter Kosten-Nutzen-Gedanken eine Fehlinvestition“, schreibt die BI. Die Kosten stehen ihrer Meinung nach in keinem Verhältnis zu dem geringen Nutzen der Starnberger Verkehrsentlastung. „Und deshalb können wir uns mit dieser Lösung nicht zufrieden geben. Wir kämpfen weiterhin für ein lebenswertes Starnberg und eine sinnvolle Gesamtumfahrung ohne den zerstörerischen Tunnel in der Innenstadt.“

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