Entweder Um- oder Neubau

Vorläufig zurückgestellt wurde im jüngsten Tutzinger Bauausschuss ein Vorbescheidsantrag der „PLANETHOME Immobilienvermittlung“, der für ein Gebäude an der Midgardstraße 22 zwei Alternativen vorsieht – entweder Umbau oder Neubau des maroden Bestandsgebäudes.

Weil dieses aber im Außenbereich und Landschaftssschutzgebiet in der Nähe des Midgard-Hauses liegt, will die Gemeinde vor der Behandlung des Antrages eine immissionsschutzrechtliche Grunddienstbarkeit prüfen lassen, die den Kinderspielplatz Richtung Brahmspromenade und den Biergartenbetrieb beim Midgardhaus gegen potenzielle Privatklagen absichert. Hierzu sollen beim Landratsamt Gespräche mit den Beteiligten stattfinden. Beim Vorbescheid selbst neigen die Mitglieder des Bauausschusses bislang eher zu einer Neubau-Lösung: das Wohngebäude mit zwei Wohneinheiten erscheint kaum sanierbar. Zugleich hält die Rathausverwaltung die Anfrage für einen „Testballon“ des Bauwerbers, um herauszufinden, was in diesem sensiblen Bereich - nahe eines Bachlaufs und in Seenähe - prinzipiell möglich ist. „Eine Dämmung des Dachs beim Bestandsgebäude wäre als energetische Aufrüstung genehmigungsfrei“, sagte Bauamtsleiter Klaus Menzinger. Alle anderen Detailanfragen zu einem Umbau beziehungsweise Neubau sind nach Klärung der immissionsschutzrechtlichen Dienstbarkeit noch zu diskutieren: Umgestaltung des Eingangs, ein zusätzlicher Aufgang im westlichen Teil des Bestandsgebäudes, 80 Zentimeter zusätzlicher Traufhöhe, Veränderung der architektonischen Dachform, Balkone auf gesamter Länge an der Südseite, eine zusätzliche Garage. Dem Vernehmen nach steht hinter dem Vorbescheidsantrag durch die „PLANETHOME Immobilienvermittlung“ die Universität Erlangen, die als Nachfolge-Eigentümerin des bisherigen Grundstücksbesitzers in Erscheinung tritt. „Umbauten und Neubauten sind da unten am See relativ bis sehr problematisch“, sagte der stellvertretende Tutzinger Bürgermeister Peter Stich (CSU) zu dem Vorstoß. „Mir wird himmelangst, wenn an der Stelle gebaut wird“, meinte Wolfgang Marchner (Bürger für Tutzing), und seine Kollegin Elisabeth Dörrenberg pflichtete ihm bei: „Möglichst wenig verändern“ solle man unten am See. Christine Nimbach (Grüne): „Das alte Haus ist doch so schön eingewachsen, so wie es da steht!“ Genau das könnte zum Problem werden: Die Gebäude-Substanz gilt als marode.

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