Ergänzung zur Familie

Um ein ausreichendes Betreuungsangebot für Kinder aller Altersgruppen zu gewähren, wird in den Würmtal-Gemeinden Gräfelfing, Neuried und Planegg ab September eine familienergänzende Tagesbetreuung angeboten. Viele Eltern von kleinen Kindern wünschen sich eine familiäre Situation, sprich eine zusätzliche Person, die neben der Kindertagesstätte die Kinderversorgung übernimmt. Dabei sollen Tagesmütter/-väter kontinuierlich zur Verfügung stehen und flexibel agieren können. „Bisher arbeiten diese in einer isolierten Situation, oftmals ohne unvollständige Qualifikation“, so Peter von Quadt, Geschäftsführer der Fortschritt gGmbH.

Mit einer Praxisbegleitung durch eine sozialpädagogische Fachkraft und Notplätze einer Kindertagesstätte im Hintergrund, soll sich die Situation für Eltern und Betreuer erleichtern. Laut Gesetz müssen Tagesbetreuungspersonen an einer Qualifizierungsmaßnahme teilnehmen, wenn sie ein oder mehrere Kinder mehr als 15 Stunden wöchentlich betreuen. Die jährliche Fortbildung beträgt mindestens 15 Unterrichtseinheiten. Diese Grundqualifizierung müssen alle Betreuer vor Beginn ihrer Tätigkeit nachweisen. „Bei dem Projekt Tagespflege geht es primär um die Bereitstellung flexibler, finanzierbarer und qualitativ hoch stehender Betreuungsangebote für Familien, die die kindlichen Bedürfnisse wie auch die der berufstätigen Eltern berücksichtigen.“ Der neue Elternservice wird neben der Vermittlung von Tagesmüttern auch den Aufbau von Qualifizierungs- und Fortbildungsveranstaltungen anbieten. Ferner sind Hospitationen in verschiedenen Kindertagesstätten der FortSchritt gGmbH vorgesehen, die zum einen auf die Aufgaben als Tagesmutter vorbereiten, zum anderen aber auch den Austausch zwischen Kindertagesstätte und Tagesmutter verbessern soll. Bei Ausfall von Tagesmüttern ist vorgesehen, dass die KITA geeignete Plätze vorhält oder auch vertretungsweise an andere Tagesmütter vermittelt wird. Im Idealfall haben die Tagesmütter durch regelmäßige Treffen Kontakt zueinander und helfen sich gegenseitig aus. Die FortSchritt gGmbH steht als Kinderbetreuungsservice allen Eltern und Tagesbetreuungspersonen zur Verfügung. Sitz ist in der FortSchritt Kinderkrippe in Gräfelfing. „Ein offener Austausch und das gegenseitige Kennen lernen mit Fachpersonal und Referenten liegt uns besonders am Herzen“, so von Quadt. „Von den Betreuern setzen wir voraus, dass sie entsprechend der Gesetzgebung qualifiziert sind, einen Erste-Hilfe-Kurs für Kleinkinder vorweisen können und sich in Bezug auf die Betreuung, Förderung, Erziehung und Versorgung von Kindern eignen.“ Das Tagesmütter-Projekt wird vom Freistaat gefördert. Für bauliche Maßnahmen beziehungsweise Öffentlichkeitsarbeit gibt es bis zu 5.000 Euro. Finanzielle Unterstützung wird auch bei Ausgaben für Vorhalteplätze in KITAs bei Ausfall der Tagesmutter gewährt. Ferner wird die Anmietung und Ausstattung von Räumlichkeiten bezuschusst. In der FortSchritt Kindergrippe in Gräfelfing werden feste Bürozeiten für Beratungsgespräche mit interessierten Tagesmüttern und Eltern eingerichtet. „Außerdem laden wir zu einer Informationsveranstaltung unter dem Motto ‘Beruf Tagesmutter – Tagesvater, die richtige Aufgabe für mich?’“, ergänzt von Quadt. Ziel der Veranstaltung sind Informationen über die Aufgabenstellung, rechtliche Vorgaben, Haftungsrisiken, finanzielle Aspekte, Beratung und Anmeldung. Dabei erfolgt ein erstes Kennen lernen der Interessenten. Gleichzeitig dient die Veranstaltung auch der Werbung und Öffentlichkeitsarbeit in der Region. Der Termin wird rechtzeitig in der örtlichen Presse bekannt gegeben. Ansprechpartnerin ist Brigitte Knoll, die eigens für das Projekt neu eingestellt wurde und im Mai mit der Umsetzung des Konzeptes beginnt. Danach wird sich die Sozialpädagogin in den Gemeinden vorstellen, bevor das Projekt im September nach den Schulferien startet. Ende März stimmte der Gräfelfinger Gemeinderat dem Projekt zu und sicherte eine Anschubfinanzierung in Höhe von 9.000 Euro zu, die von den drei Würmtal-Gemeinden getragen werden. Eine erste Bedarfsabfrage hat ergeben, dass 15 Tagesmütter notwendig sind.

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