Auf Euphorie fogte die große Skepsis

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OLIVER PULS, Herrsching - Die Planung war in vollem Gang, es gab Zuschüsse von der Gemeinde und die Organisatoren um Willi Welte, Gerhard Knülle, Roland Lübeck und Stephan Feneberg hatten bereits an die 40 mündlichen Zusagen. Doch dann kam der Abend im „Andechser Hof“, auf die anfängliche Euphorie für eine Herrschinger Gewerbeschau folgte schließlich breite Skepsis. Und nachdem bis zum 30. März nur 22 verbindliche Anmeldungen zusammengekommen waren, haben die Organisatoren die Leistungsschau für den 7. und 8. Mai nun abgesagt. „Schweren Herzens haben wir so entscheiden müssen“, sagte Willi Welte, Gewerbereferent und Herrschinger Gemeinderat, auf Anfrage unserer Zeitung. Alles habe anfänglich gepasst, die Begeisterung unter den Gewerbetreibenden sei groß gewesen, resümiert Welte. „Auch das tolle Konzept von Gerhard Knülle“ hätte die Anwesenden am zweiten Info-Abend überzeugt. Doch dann sei die Stimmung gekippt, so Welte weiter, „die Redebeiträge sind schließlich aus dem Ruder gelaufen“. „Kurzsichtiges Konkurrenzdenken“ attestiert Gerhard Knülle vielen Gewerbetreibenden am Ort („wenn der, wir nicht“), die so die „großen Chancen eines gemeinsamen Auftritts“ überlagert hätten. Die Leistungsschau sei nicht nur für die Großen im Gewerbegebiet, sondern gerade auch für kleinere Betriebe konzipiert gewesen, um sich einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen, ist Knülle die Enttäuschung anzumerken. Nicht zuletzt die Diskussion im „Andechser Hof“, ob auch Ortsfremde an der Gewerbeschau teilnehmen dürfen oder nicht, sollte die Zweifler zu einer Absage bewegen, legt Welte nach. Durch eben diese Ablehnung hätten sich nicht wenig Herrschinger Firmen selbst eine große Chance genommen, sich einem großen Besucherpublikum zu präsentieren, ist sich Gerhard Knülle sicher. Er könne sich außerdem vorstellen, dass künftig all jene Firmen aus dem Gewerbegebiet, die durch ihren Beitrag die begleitenden Aktionen der Gewerbeschau maßgeblich mitgetragen hätten, „sicher darüber nachdenken, ob sie nur noch mit den Firmen aus dem Ort, die sich schon diesmal für die Teilnahme angemeldet hätten, sich in der Öffentlichleit darstellen wollen“. Diese Spekulation ist auch ein kleiner Seitenhieb auf die Mitglieder des Gewerbeverbands. Denn gerade aus deren Reihen hätten viele ihre mündlichen Zusagen zurückgezogen. Was aber auch an der Verdoppelung des Preises von anfänglich 300 Euro (Standgebühr plus 15 Euro pro Quadratmeter) gelegen haben könnte. „Wir geben aber nicht auf“, kündigt Welte schon einmal die nächste Initiative für 2012 an. „Es sollte jetzt nicht sein, was auch an dem knappen Zeitfester gelegen haben wird.“ Übrigens: Roland Lübeck wird seine Hausmesse, die ursprünglich Ideengeber für die Gewerbeschau war, trotzdem abhalten.

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