Weihnachten mal anders

Evangelische Kirchengemeinde Starnberg setzt an Weihnachten auf viel frische Luft und vernünftige Besucher

Weihnachten 2020: Anders, aber nicht weniger schön: Viele Familien machen sich nun Gedanken, in welchem Rahmen sie Weihnachten feiern wollen.
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Die Gottesdienste an Heilig Abend werden heuer im Landkreis anders ablaufen als gewöhnlich (Symbolbild).

Starnberg/Söcking - In der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde in Starnberg ist die Vorfreude groß. Bereits seit September wird tatkräftig an den Plänen für die kommenden Weihnachstfeierlichkeiten gearbeitet. Aufgrund der Corona-Pandemie werden die Christmetten allerdings anders ablaufen als üblich. In Starnberg und Söcking heißt es Geduld mitbringen und möglichst ohne Auto zu den Kirchen anreisen. 

„Ich bin froh, dass wir es dieses jahr so kreativ machen“, sagt Pfarrer Dr. Stefan Koch, der Mitte der Woche zusammen mit seinen Amtskollegen zu einer Pressestunde geladen hatte. Grundsätzlich sei jeder willkommen, unabhängig davon, ob er nur zu Weihnachten in die Kirche gehe oder ein regelmäßiger Kirchgänger sei, machte Pfarrer Dr. Koch zu Beginn des Pressegesprächs deutlich. Ein wichtiger Aspekt ist, bei all der Negativität, welche die Pandemie umgibt, dass die Kernbotschaft von Weihnachten in der Bevölkerung wieder mehr in den Fokus rückt. Das sieht auch das für die Starnberger Kirchengemeinde zuständige Pfarrer-Dreigespann, bestehend aus Pfarrerin Dr. Anne-Stempel-de Fallois, Johannes de Fallois und Dr. Stefan Koch, so.

Dementsprechend haben sie sich verschiedene Konzepte ausgedacht, um das Weihnachtsfest für alle zu etwas Besonderem zu machen. In der Starnberger Friedenskirche sind am 24. Dezember insgesamt neun Gottesdienste geplant. Davor gibt es eine Kindermette im Gemeindehaus (Beginn 14 Uhr) sowie eine Kindervesper auf dem Kirchenvorplatz, die um 15 Uhr startet. Um die gebotenen Abstands-und Hygieneregeln vor, während und nach den Gottesdiensten gewährleisten zu können, wurde ein entsprechender Plan ausgearbeitet. Die Hauptgottesdienste werden von 16 Uhr bis 20 Uhr abgehalten. Start jeder Feierlichkeit ist der Parkplatz bzw. Kirchenvorplatz, wo man auf den Einlass in die Friedenskirche wartet. Um die Wartezeit im Freien so angenehm wie möglich zu gestalten, wird eine wärmende Feuerstelle aufgebaut. Dies hat allerdings Auswirkungen auf die Parkmöglichkeiten vor Ort. Da das Parkareal auf dem Gelände der Kirchengemeinde heuer dem großflächigen Wartebereich weichen muss, wird es keine Parkmöglichkeiten für Kirchenbesucher geben. Angesichts der angespannten Parksituation in der Kaiser-Wilhelm-Straße bittet Pfarrer Dr. Koch den Weg in die Kirche möglichst autofrei zu organisieren. Insgesamt 70 Personen werden in der Starnberger Friedenskirche Platz finden. Dort wird jeweils ein kurzer Gottesdienst abgehalten. Eine Besonderheit in diesem Jahr ist die Umgestaltung des Altars zu einer Art begehbaren Krippe. Im Anschluss an die Gottesdienste finden die Feierlichkeiten auf dem Kirchenplatz ein Ende. Dort wird eigens ein Stall aufgebaut, vor dem feierlich gesungen und gebetet wird. „Für die Gottesdienste wird es allerdings keine Reservierungen geben“, so Pfarrer Johannes de Fallois. Es gilt demzufolge das First-come-first serve-Prinzip. Pfarrer Dr. Koch verspricht aber, dass „niemand länger als eine halbe Stunde warten muss“.

In Söcking werden die Weihnachtsgottesdienste zu Open-Air-Veranstaltungen umfunktioniert. An Heilig Abend wird es von 16 Uhr bis 18 Uhr am Carolinenhaus und am dazugehörigen Maibaum verschiedene Begegnungsorte geben, wie Pfarrerin Dr. Anne Stempel-de Fallois betont. Ähnlich wie in Starnberg wird es auch kleine Feuerstätten zum Aufwärmen geben. Geplant ist auch ein Hirten-Spiel mit gesanglicher Begleitung. Zusätzlich wird eine Bläsergruppe weihnachtliche Weisen spielen. Am dritten Advent wird es als kleinen Vorgeschmack einen Open-Air-Gottesdienst am früheren Söckinger Schäferplatz geben.

Sowohl in Starnberg als auch in Söcking gilt im Freien die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. Um die notwendigen Mindestabstände zwischen den Kirchenbesuchern einhalten zu können, wird ein Ordnungsdienst den Einlass regeln. Alle drei Pfarrer hoffen dabei auf die rationale Vernunft und Umsicht jedes Einzelnen. „Wenn wir mit Unvernunft rechnen müssten, dann müssten wir es ganz ausfallen lassen“, sagt Pfarrer Dr. Koch. Nach dem Abschluss der Christvesper um 22 Uhr kann die evangelische Kirchengemeinde ein erstes Fazit ziehen, ob die erdachten Konzepte sich bewährt haben.

Florian Ladurner

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