Fachtagung in Herrsching widmet sich großen Themen

Der Wert der Landwirtschaft

Herrsching – Das Internet, Vorurteile, die gute Marke „Bayern“ und natürlich das liebe Geld wurde im Haus der Bayerischen Landwirtschaft thematisiert, in dem der Verband für landwirtschaftliche Fachbildung in Bayern (vlf) seine Landesversammlung abhielt. In einer Örtlichkeit, in der Theorie und Praxis aufeinander treffen, lobte der bayerische Landwirtschaftsminister Helmut Brunner.

Der Landesvorsitzender der Vlf, Hans Koller, betonte, dass im Rahmen der Ausbildung „über den Tellerrand“ geschaut werden müsse. Das beinhaltet den digitalen Vorstoß im Unterricht, der laut Helmut Brunner fortan zusätzlich gefördert werden soll. „Internetzugang auch auf dem Acker“, forderte Koller – und bekam prompt von Bürgermeister Christian Schiller zu hören, dass die Kommunen mehr Unterstützung von Land und Bund bräuchten, um das W-Lan selbst auf die abgelegenste Wiese zu bringen. Dieser kleine Schlagabtausch spielte sich am Rande großer Themen über die neuen Herausforderungen ab, vor denen die „grünen Berufe“ stehen.

Nicht ohne Sorge blickten die Redner auf die mögliche Jamaika-Koalition. Walter Heidl, Präsident des Bayerischen Bauernverbandes (BBV), warf den Grünen eine „Schlammschlacht“ gegen die Landwirte vor. Koller appellierte an die Politiker, die ländlichen Räume nicht zur „Spielwiese für ideologisch orientierte Parteien“ werden zu lassen. Schließlich stünden diese vor großen Herausforderungen wie Ernährungssicherung, Klimawandel, Ressourcenschutz oder Erhalt der Biodiversität. „Das kann nur mit einer leistungsfähigen Agrar-, Haus- und Forstwirtschaft bewältigt werden“, so Brunner – und das sei nur mit, und nicht gegen die bäuerlichen Familien möglich. Und Manfred Weber, der Fraktionsvorsitzender der Europäischen Volkspartei (EVP), sprach vom Geld. Von nationalistischen Bewegungen in Frankreich und damit einhergehenden Exporteinbußen, etwa bei Molkereiprodukten.

Oder von Theresa May, die gerade den Brexit vorbereitet, und Großbritannien bald als großer Nettozahler wegfällt. Gerade in diesen Zeiten müsse man den politisch Verantwortlichen den Wert der Landwirtschaft klarmachen. Schließlich seien die Agrar-Zahlungen keine Almosen, „sondern der Ausgleich für enorme Leistungen, die kein anderer erbringt“. 

Der CSU-Mann wetterte gegen „Zocker an der Agrar-Börse“ und forderte EU-Gelder im ländlichen Raum. Für die Kleinen, führte der Landwirtschaftsminister später aus, der hoffe, dass die 2015 ausgehandelte „Besserstellung der ersten Hektare“ im Sinne der Kleinbetriebe auch in Zukunft fortgesetzt werde. Aber auch kursierende Vorurteile gegen die Landwirtschaft kamen zur Sprache, in denen die Bauern vom Insektensterben bis zur Grundwasserverschmutzung verantwortlich gemacht werden. Ein Lösungsansatz ist eine Informations-Offensive wie auf der Seite „unsere-bauern.de“, die den Verbraucher informiert und aufklärt. Damit schaffe man Wertschätzung – und das führe zu einer Wertschöpfung für landwirtschaftliche Produkte auch im oberen Preissegment. Die beliebte Marke ‚„Bayern“ sei dabei hilfreich (Brunner).

Von Michele Kirner

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