UWG und Grüne stellten Antrag

Fahrradparkhaus am Starnberger Seebahnhof beschlossene Sache

Starnberg bekommt ein Fahrradparkhaus. das hat der Stadtrat unlängst beschlossen (Symbolbild).
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Starnberg bekommt ein Fahrradparkhaus. Das hat der Stadtrat unlängst beschlossen (Symbolbild).

Starnberg - Der Ausschuss für Umwelt, Energie und Mobilität hatte zuletzt eine beträchtliche Agenda zu bewältigen: Auf Antrag der Fraktionen von Bündnis 90/Grünen und Unabhängiger Wählergemeinschaft (UWG) wurde einhellig beschlossen, die Fahrradabstellplätze am Bahnhof See in ein Fahrradparkhaus umzuwandeln. Eine solche Park & Ride-Anlage nach den Vorbildern von Herrsching und Pasing soll laut Idee der Antragsteller „die innerstädtische Fahrradinfrastruktur insbesondere für Berufspendler stärken“ und wurde von allen im Ausschuss vertretenen Stadtratsfraktionen unterstützt.

Auf diese Weise werde auch Autofahrern der Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel (Anfahrt mit dem Rad zum Bahnhof) erleichtert, hieß es einmütig. Die Kreisstadt war zuletzt dadurch unrühmlich aufgefallen, dass sie beim jüngsten „Klimatest“ des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) unter 415 deutschlandweit bewerteten Städten der Größenordnung „20.000 bis 50.000 Einwohner“ mit der mäßigen „Zufriedenheitsnote“ 4,4 lediglich auf Rang 382 landete – die zu beantwortende Frage der Erhebung hatte gelautet: „Und wie ist Fahrradfahren in deiner Stadt?“ Auch Bürgermeister Patrick Janik hatte in der Ausschusssitzung eingeräumt, dass für Starnberg bei diesem Thema noch „erheblicher Verbesserungsbedarf“ bestehe.

Die nunmehr beschlossene Verwirklichung eines Fahrradparkhauses am Bahnhof See soll von der Verwaltung hinsichtlich der Kosten und möglicher Fördermittel wie des bereits „eingepreisten“ Sonderförderprogramms „Radwege“ geprüft werden, denn mit einem Auge schielt die Stadt bereits auf die angestrebte Landesgartenschau 2030, in deren Rahmen der Stadt derlei gut zu Gesicht stünde. Auch der Aspekt Vandalismus bzw. Sicherheit und Versicherungsschutz sollen Beachtung finden.

Fußgängersicherheit ist die Überschrift eines von Bürger-meister Janik als „Evergreen“ bezeichneten Themas: Der schon von Amtsvorgängerin Eva John (heutige Pfister) betriebene Umbau des Kreuzungsbereichs Leutstettener-/Kaiser-Wilhelm-/Josef Jägerhuber-Straße dürfte wohl nur in einer stark abgespeckten Form realisiert werden – nachdem sich die Polizei laut Stadtverwaltung (und zu Eva Pfisters Verwunderung, die sich an eine gegenteilige Position erinnerte) in einer aktuellen Stellungnahme doch noch gegen Zebrastreifen ausgesprochen haben soll und außerdem die verkehrsrechtlichen Voraussetzungen für solche Querungshilfen fehlen (die erforderlichen Sichtweiten für Autofahrer sind im Bereich der abknickenden Vorfahrtsstraßen Leutstettener/Kaiser-Wilhelm nicht gegeben), soll nun in Kooperation mit dem Inklusionsbeirat eine alternative Lösung gesucht werden. Allerdings wurden auch Querungshilfen von der Polizei sowie der ÖPNV-Stelle des Landratsamtes an den fraglichen Stellen bereits abgelehnt.

Indirekte Folgen hatte die Parkgebühreneinführung am Bahnhof Nord für Finkenstraße und Schwaige: Weil Ausweichparker diese beiden Straßen in jüngster Zeit zunehmend (kostenlos) verstopften, wurden die Anwohner von der Stadtverwaltung schriftlich befragt, ob sie die Einrichtung einer sogenannten „Anwohner-Parkzone“ befürworten würden – Ergebnis: etwa 50 Prozent der Bewohner wären dafür. Der Umwelt-, Energie- und Mobilitätsausschuss reagiert nun mit einer einstimmig (13:0) beschlossenen Umwidmung der betroffenen Straßen sowie von Meisen- und Drosselweg zu beschränkt öffentlichen Straßen: Auch das Landratsamt hat gegen die „Anlieger frei“-Beschilderung nichts einzuwenden. Auch wenn die Einhaltung der Zufahrtsbeschränkung kaum kontrolliert werden könne, erhoffe man sich doch „eine gewisse psychologische Wirkung“, so Bürgermeister Janik. 

Thomas Lochte

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