Beim Kauf das Kleingedruckte genau lesen

Fahrt auf dem Elektro-Skateboard führt zu Strafanzeige

Longboard
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Die Fahrt auf dem Radweg mit einem elektrobetriebenen Longboard wird für einen jungen Starnberger teuer, weil sein Gefährt nicht über eine Straßenzulassung verfügt (Symbolbild).

Starnberg - Es gibt sie in verschiedenen Varianten: ob Skateboard, Hoverboard, Monowheel – gerade bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen sind diese Formen der Mobilität gefragt. Der Hinweis auf der Packung, im Geschäft oder im Internet „nicht für den Straßenverkehr zugelassen“ wird dann schon mal übersehen. Auch wenn man diese Fortbewegungsmittel eher als Spielzeug ansieht, ist die tatsächliche Einstufung weit komplizierter. Denn im Gegensatz zu Segway und eScooter gibt es keine auf solche Gefährte zugeschnittene Regelung. Und das kann Folgen haben. Der knapp gehaltene Hinweis verschweigt nämlich, dass man sich bei einer Nutzung im öffentlichen Verkehr strafbar machen kann.

So erging es unlängst einem 16 Jahre alten Starnberger. Der Jugendliche fiel einer Streife der Polizeiinspektion Starnberg auf, weil er mit einem Longboard auf dem Radweg zwischen Waldspielplatz und Gut Schmalzhof fuhr. An sich nichts auffälliges – wäre er nicht bergauf gefahren, ohne sich auch nur einmal anzuschieben. Bei der Kontrolle stellten die Beamten fest, dass das Board einen Elektroantrieb hatte und mit einer Fernbedienung gesteuert wurde. 

Allerdings ist es weniger die Fernsteuerung als der Antrieb, der jetzt die Probleme aufwirft: Das Board ist damit ein Kraftfahrzeug. Diese Einstufung führt dazu, dass das Board zugelassen sein müsste. Eine Zulassung kann es aber nicht bekommen, weil die Bauvorschriften der StVZO beachtet werden müssten – und die sehen u.a. Tacho, Blinker, Licht und Bremsen vor. Zum Führen eines Kraftfahrzeugs braucht man in der Regel einen Führerschein. Ausnahmen für solche Gefährte gibt es nicht, es wäre tatsächlich die Führerscheinklasse B notwendig. Die nächste Voraussetzung, um ein Kraftfahrzeug in Betrieb zu setzen: eine Kfz-Haftpflichtversicherung. Versicherungsschutz wird man wohl auch von keiner Versicherung bekommen. Letztendlich ist für ein zulassungspflichtiges Fahrzeug – selbst wenn es gar nicht zulassungsfähig ist – grundsätzlich auch Kfz-Steuer zu entrichten.

Diese Punkte werden oftmals alle nicht bedacht, wenn man ein solches „Spielzeug“ kauft. Der oftmals versteckte Hinweis auf die fehlende Straßenzulassung macht auch nicht den Anschein, als ob es Probleme geben könnte, wenn man trotzdem damit fährt. Die Realität ist dann leider anders – der 16jährige muss sich nun strafrechtlich verantworten. Hier hat die Polizei keinen Ermessensspielraum.

Kreisbote/Oliver Jauch (PI Starnberg)

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